NFL und DraftKings geben offizielle Partnerschaft bekannt

Veröffentlicht am: 29. September 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. September 2019, 05:42 Uhr.

Die US-amerikanische National Football League (NFL) und der Sportwetten- und Fantasy-Sports-Anbieter DraftKings haben am Donnerstag eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben. Die Kooperation macht DraftKings zum ersten offiziellen Fantasy-Sports-Partner der American Football Liga und soll dem Unternehmen exklusive Werbemöglichkeiten sichern.

Ein Football auf Gras
American Football ist der beliebteste Fantasy-Sport Nordamerikas. (Quelle: Pixabay)

So darf DraftKings im Rahmen des Deals zukünftig die Ligadaten und alle Logos der NFL auf seinen Plattformen nutzen. In einem Presse-Statement hat sich DraftKings CEO Jason Robins zufrieden über die Chancen der neuen Zusammenarbeit geäußert. Sie diene vor allem der Einbeziehung der Fans in den US-Sport:

„Dies ist ein entscheidender Moment für die Branche, und wir freuen uns, der erste Partner für Fantasy-Sportarten zu sein, der eine formelle Beziehung mit der NFL eingeht (…). Während unserer Diskussionen mit der Liga war klar, dass wir eine gemeinsame Vision in Bezug auf die Zukunft des Fan-Engagements teilen, und wir freuen uns darauf, diese einzigartige Reise mit der NFL als unserem offiziellen Daily-Fantasy-Partner fortzusetzen.“

Für die NFL, die in diesem Jahr ihre einhundertste Saison feiert, ist es nach dem Kippen des „Professional and Amateur Sports Protection Act of 1992“ (PASPA) und der folgenden Sportwetten-Allianz mit Caesars Entertainment, ein weiterer Schritt in das lukrative Fantasy-Sports-Geschäft.

Die zweite Phase einer Expansionsstrategie?

Nicht nur für die NFL, sondern auch für DraftKings könnte der Vertrag eine neuerliche Phase der Markenexpansion einleiten. Der Bostoner Fantasy-Sports-Anbieter unterzeichnete bereits 2015 Verträge mit prominenten NFL-Mannschaften wie den New England Patriots, den Pittsburgh Steelers und den Atlanta Falcons.

Die weitreichenden Sponsoring-Deals ermöglichten der Firma, Werbung in Stadien zu platzieren und Sport-Fans darüber direkt anzusprechen.

Zahlen und Fakten zu Fantasy-Sports in Nordamerika

In Nordamerika, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für Fantasy-Sports, lässt sich eine eindeutige Tendenz erkennen: Fantasy-Sports-Spieler sind jünger, besser ausgebildet und haben ein höheres Durchschnittseinkommen. Mehr als 50 % der Spieler besitzen einen Universitätsabschluss und verfügen über ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen von mehr als 75.000 US-Dollar (ca. 68.000 Euro).

71 % der Fantasy-Sports-Teilnehmer sind Männer, 29 % sind Frauen. Der beliebteste Fantasy-Sport ist American Football. Im Durschnitt nehmen Kunden der großen Anbieter dreimal pro Woche an den Wettbewerben teil.

Als Teil der Vereinbarung war es DraftKings ferner gestattet, eigene Lounges in den Arenen der Dallas Cowboys, der New England Patriots und der Kansas City Chiefs zu eröffnen.

Ein Investment, das sich gelohnt zu haben scheint. Zumindest lässt die Neuinvestition in das offizielle NFL-Sponsoring kaum einen anderen Schluss zu.

Fantasy-Sports liegen im Trend

Für das im Jahr 2012 gegründete Fantasy-Sports-Unternehmen DraftKings könnte die Kollaboration mit der NFL überdies ein neues Zeitalter der Mainstreamisierung und Kommerzialisierung des Online-Spiels darstellen.

Laut aktueller Statistiken der nordamerikanischen „Fantasy Sports & Gaming Association“ haben allein im Jahre 2017 knapp 60 Millionen US-Amerikaner und Kanadier an Fantasy-Sport-Events teilgenommen.

Ein Footballstadion mit Besuchern
Der Deal zwischen Liga und Unternehmen soll das Fan-Engagement fördern. (Quelle: Pixabay)

Im Durchschnitt hätten volljährige Spieler dabei 556 US-Dollar (ca. 508 Euro) für die Einzel- und Liga-Spiele ausgegeben.

Mit geschätzten Einnahmen in Höhe von 14 Millionen US-Dollar (ca. 12 Millionen Euro) soll DraftKings im Jahre 2018 das Gros der Spielereinzahlungen abgeschöpft haben (Link auf Englisch). Analysten gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch deutlich steigen könnte.

Schließlich ist DraftKings mit seinen Werbemaßnahmen nicht nur im American Football aktiv. In der National Basketball League (NBA) sponsort das Unternehmen bekannte Mannschaften wie die Golden State Warriors und die Los Angeles Clippers.

In der Major League Baseball (MLB) stehen bekannte Teams wie die New York Yankees und die Boston Red Sox auf der Gehaltsliste von DraftKings. Sollte sich der positive Geschäftstrend fortsetzen, könnten in der Zukunft womöglich auch interessante Deals auf die Teams der Major League Soccer (MLS) warten.