Diverse Verstöße: Video­slots muss Hun­dert­tausende zahlen

Posted on: 21/11/2025, 09:40h. 

Last updated on: 21/11/2025, 09:46h.

  • Videoslots in Großbritannien zu Geldstrafe von 650.000 GPB verurteilt.
  • UKGC sieht Mängel bei Anti-Geldwäschemaßnahmen und Spielerschutz.
  • Glücksspielbetreiber in der Vergangenheit öfter negativ aufgefallen.

Für den Anbieter von Online-Glücksspiel geht die Serie juristischer Auseinandersetzung mit den britischen Behörden in die nächste Runde. Aufgrund von zahlreichen Verstößen wurde Videoslots von der UKGC nun mit einer Geldstrafe in Höhe von 650.000 GBP (735.000 Euro) belegt.

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Behörde verurteilte Videoslots zum wiederholten Male (Bild: UKGC)

Die UK Gambling Commission begründet die finanzielle Sanktion mit mangelhaften Vorkehrungen zur Verhinderung von Geldwäsche. Demnach sieht die Behörde es als erwiesen an, dass Kunden bei Videoslots hohe Summen ungeklärter Herkunft einzahlen konnten. Eine ausreichende Kontrolle dieser Kunden fand aus Sicht der Regulier nicht statt.

Dazu nennt die UKGC einen Fall, bei dem ein Spieler innerhalb von gut zwei Wochen 65.000 GBP auf sein Nutzerkonto einzahlte. Die Gelder stammten von unregistrierten Prepaid-Karten, deren Ursprung nur schwer nachzuvollziehen ist. Videoslots hätte derartige Transaktionen unterbinden oder zumindest eingehender prüfen müssen, so der Vorwurf.

Der bei der UKGC für die Strafverfolgung zuständige Direktor John Pierce erklärte:

Die Untersuchung ergab einen schwerwiegenden Fall, in dem Prepaid-Gutscheine ohne wirksame Überwachung und frühzeitige Intervention für Glücksspiele verwendet wurden. Dies (…) führte dazu, dass der Kunde hohe Einzahlungen tätigen und die Gewinne aus Glücksspielen auf mehrere verschiedene Zielkonten überweisen konnte, ohne dass ausreichende und zeitnahe Kontrollen oder eine zuverlässige Überprüfung der Herkunft der Gelder stattfanden.

Pierce wies darauf hin, dass Betreiber über wirksame Verfahren und Kontrollen bei der Bekämpfung von Geldwäsche verfügen müssen, um eine Lizenz zu erhalten. Die von Videoslots implementierten entsprachen jedoch nicht den von der Behörde erwarteten Standards.

Spielerschutz kam zu kurz

Darüber hinaus werden dem Betreiber Defizite beim Spielerschutz vorgeworfen. Beispielsweise beachtete der Betreiber bei Zahlungslimits nicht die bei der Ersteinzahlung überwiesenen Summen.

So konnte ein Nutzer trotz eines Limits von 2.000 GBP innerhalb von 18 Tagen 7.500 GBP verspielen. Hinzukommt, dass Problemspieler, die Tausende verloren, nicht effektiv identifiziert wurden.

Für Videoslots ist die nicht die erste hohe Geldstrafe in Großbritannien. Dem Online-Betreiber war im Jahr 2023 von der UKGC sogar eine Geldbuße in Höhe von 2 Mio. GBP auferlegt worden. Auch damals warf die Behörde dem Unternehmen mangelhafte Vorkehrungen zur Bekämpfung von Geldwäsche sowie eine unzureichende Gewährleistung seiner sozialen Verantwortung gegenüber Spielern vor. Zudem war die Firma in den Niederlanden negativ aufgefallen. Die dortige Regulierungsbehörde hatte dem Glücksspielanbieter sogar eine Strafe von knapp 10 Mio. Euro aufgebrummt. Damals war es um die Vermarktung von illegalem Online-Glücksspiel in den Niederlanden vor dessen Legalisierung gegangen.

Videoslots muss nun eine unabhängige Prüfung durchführen lassen, um seine Korrekturen bei den beanstandeten Prozessen zu belegen. Pierce kündigte an, das Ergebnis genau zu überwachen.

Die Geldbuße ist für den Betreiber nicht die einzige von der UKGC ausgesprochene Sanktion. Darüber hinaus erteilte die Behörde Videoslots eine öffentliche Rüge. Bei erneuten Verstößen könnte dies zu weiteren Strafen bis hin zum Lizenzentzug führen.