KSA rügt Online-Casino wegen Influencer-Werbung für Jüngere
Posted on: 28/11/2025, 03:00h.
Last updated on: 28/11/2025, 09:28h.
- KSA-Regulierer kritisieren Online-Anbieter wegen Influencer-Werbung.
- Online-Casino auch wegen automatischer Teilnahme an Spielen gerügt.
- Betreiber 711 sagte umgehend Verbesserungen zu und entgeht Strafe.
Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA hat den Online-Anbieter 711 unter anderem wegen Influencer-Werbung öffentlich gerügt. Das Unternehmen hatte auf eine Social-Media-Persönlichkeit gesetzt und damit einen klaren Verstoß gegen das in den Niederlanden geltende Verbot begangen. In dem Land ist es untersagt, sogenannte „Role Models“ wie Influencer, Sportler oder Schauspieler für die Glücksspielwerbung zu benutzen.

Erschwert wird der Vorwurf durch die Zielgruppe des Influencers. Wie die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen richtet er sich vor allem an ein junges Publikum. So streamte er bei Minderjährigen populäre Videospiele und stand darüber hinaus regelmäßig mit Jugendlichen in Kontakt.
Die KSA forderte 711 auf, sämtliche mit dem Influencer in Verbindung stehenden Werbeinhalte unverzüglich zu löschen bzw. aus den Videos zu entfernen. In ihrem Statement erklärt die Behörde:
Online-Glücksspielanbieter dürfen keine Role Models für Werbung einsetzen, wenn diese bei jungen oder gefährdeten Gruppen bekannt sind. (…) Alle Inhalte, in denen der Influencer für den Glücksspielanbieter wirbt, müssen entfernt werden.
Das gerügte Unternehmen bestätigte inzwischen, die Kooperation mit dem strittigen Promi beendet zu haben. Zudem habe man begonnen, die beanstandeten Inhalte von den Websites zu löschen.
Automatische Teilnahme an Spielen
Darüber hinaus kritisierte die KSA eine weitere Praxis von 711. So soll der Anbieter Online-Turniere angeboten haben, an denen Kunden automatisch teilnahmen. Dies geschah demnach ohne ausdrückliche Anmeldung oder Zustimmung zu den Bonusbedingungen durch die Betroffenen.
Die KSA erklärt dazu:
Eine solche automatische Teilnahme ohne klare Zustimmung sieht die KSA als problematisch an, da sie exzessives Spielverhalten begünstigen kann.
Auch in diesem Punkt gab 711 an, diese Praxis inzwischen gestoppt zu haben. Durch die öffentliche Rüge zeigt die KSA derweil, dass auch Werbepraktiken wie automatische Teilnahmen an Turnieren streng überwacht werden.
Als einzige Sanktion beließen es die staatlichen Regulierer bisher bei der Rüge. Grund dafür dürfte die umfassende Kooperation sein, die der Anbieter umgehend zeigte. Bei weniger Entgegenkommen oder im Wiederholungsfall dürfte es bei dieser milden Mahnung jedoch nicht bleiben. Wahrscheinlicher ist, dass die KSA dann zu einer Geldstrafe greift.
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