Frankreich startet digitales Sperrregister für Spieler
Posted on: 21/11/2025, 04:20h.
Last updated on: 21/11/2025, 08:09h.
- Frankreich startet 2026 ein modernisiertes Sperrregister für Spieler.
- Registrierungsprozess soll künftig rein digital möglich sein.
- Spielersperren von mindestens drei Jahren geplant.
Auch in Frankreich herrscht großer Bedarf nach einem Sperrregister für Spieler mit problematischem Glücksspielverhalten. Bisher setzen die Behörden auf ein veraltetes System, das den Ansprüchen der digitalisierten Welt von heute nicht mehr genügt. Deshalb führt die Glücksspielbehörde 2026 ein neues Tool ein, welches Problemspieler zuverlässig vom Zocken ausschließt.

In dieser Woche veröffentlichte die Glücksspielbehörde die Planung für das neue System [Seite auf Französisch]. Laut l’Autorité Nationale des Jeux (ANJ) zeichnet sich das Tool durch eine optimierte Benutzererfahrung samt verstärkter Identitätskontrolle aus.
Ähnlich wie dem aus anderen Ländern bekannten System soll die Sperre nicht nur auf Freiwilligkeit beruhen. Aufgrund von Verschuldung oder Spielsucht der Betroffenen durch Dritte beantragte Sperren, wie es sie beispielsweise in Irland gibt, werden somit auch in Frankreich möglich sein.
Die Selbstsperre löst das 2007 eingeführte System ab. Bis dahin mussten Betroffene persönlich bei einer Polizeistation vorsprechen, um eine Sperre für terrestrische Spielstätten zu beantragen. 2010 wurde das Sperrregister um die Blockade von Online-Angeboten ergänzt. Trotzdem wurde der Anmeldeprozess noch immer als zu umständlich und langwierig beschrieben. Das nun eingeführte rein digitale Tool soll diese beiden Mankos beheben.
Künftig sollen Spieler intuitiv durch den Anmeldeprozess geführt werden. Hinzukommt, dass die Sperre umgehend bearbeitet und nach Prüfung innerhalb eines Tages aktiviert wird.
Der Eintrag in dem Sperrregister hat für Betroffene erhebliche Konsequenzen. Ab diesem Zeitpunkt können sie sich nicht mehr bei lizenzierten Online-Anbietern einloggen. Darüber hinaus wird ihnen der Besuch von landbasierten Spielstätten verwehrt.
Lange Sperrfristen
Im Gegensatz zu anderen Lösungen sind keine kurz- und mittelfristigen Sperrdauern geplant. Mehrwöchige oder -monatige Ausschlüsse sind somit nicht möglich. Stattdessen liegt die Mindestdauer bei drei Jahren. Erst nach Ablauf dieser Zeitspanne kann eine Löschung aus dem Register beantragt werden.
77 % der angemeldeten Spieler sind männlich, während knapp ein Viertel der Gesperrten zwischen 18 und 24 Jahre alt ist. Bei den bis zu 49-Jährigen ist der Hauptgrund für den Ausschluss ein Problem mit Sportwetten. Bei den über 65-Jährigen sind es hingegen Spiele in den Casinos.
Wie groß die Nachfrage nach dem System ist, zeigt die hohe Zahl der Einträge. Laut ANJ zählt die Sperre aktuell über 85.000 Nutzer. 2021 hatte die Zahl noch bei 40.000 gelegen.
In den beiden vergangenen Jahren wuchs das Register um jeweils 25 %. Die künftig einfachere Anmeldung und der Boom des Online-Glücksspiels dürften dazu führen, dass der Trend weiter anhält.
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