Spanien führt KI-Tool zur Er­ken­nung von Problem­spiel ein

Posted on: 20/11/2025, 09:30h. 

Last updated on: 20/11/2025, 10:10h.

  • In Spanien soll Problemspiel mit einem KI-Tool schneller erkannt werden.
  • Glücksspielbehörde stellte das Werkzeug diese Woche vor.
  • Anwendung soll für alle Online-Anbieter verbindlich werden.

Der Spielerschutz nimmt in der Glücksspielstrategie des Landes seit vielen Jahren eine übergeordnete Stellung ein. Um diesen zu stützen und Anzeichen von Problemspiel künftig schneller zu erkennen, führt Spanien nun ein KI-Tool ein.

Daten auf Bildschirm, animierter Kopf
Wie sehr kann die KI helfen? (Bild: Pixabay/Geralt)

Vor wenigen Tagen stellte die Glücksspielbehörde im Rahmen eines internationalen Glücksspielkongresses ihre Pläne für das virtuelle Spielerschutz-Tool vor. Die La Dirección General de Ordenación (DGOY) setzt dabei auf einen neuen Algorithmus zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten.

Das eigens entwickelte System stützt sich auf Mikrodaten der Spieler. Diese vergleichen deren Spielverhalten mit dem von Personen, bei denen medizinisch eine Spielsucht diagnostiziert wurde. Auf diese Weise soll das Risiko problematischen Spielverhaltens der Online-Spieler identifiziert werden.

Andrés Barragán, Generalsekretär für Verbraucherschutz und Glücksspiel, hob die Bedeutung des Einsatzes von Technologie für den Spielerschutz hervor. Er bezeichnete den Algorithmus als:

… ein revolutionäres Instrument sowohl für die Konzeption wissenschaftlich fundierter öffentlicher Politik als auch für die positiven Auswirkungen, die er zweifellos für den Schutz von Menschen mit problematischem Spielverhalten und ihren Familien haben wird.

Die Behörde hatte die Entwicklung des Tools eigens in Auftrag gegeben. Es befindet sich derzeit noch in der Testphase, doch es könnte im kommenden Jahr landesweit ausgerollt werden.

Verbesserte Früherkennung

Die DGOJ verspricht sich von der KI-Technologie eine deutlich verbesserte Früherkennung der Problemspiels. Dieses soll gegenüber herkömmlichen, von den Betreibern zur Verfügung gestellten Werkzeugen erheblich besser abschneiden. Die Behörde schätzt, dass diese durchschnittlich nur etwa 3 % der Problemspieler rechtzeitig erkennen.

Um eine umfassende Einführung des Algorithmus zu fördern, plant die Regierung dessen verpflichtenden Einsatz. Dazu heißt es aus der Behörde:

Nun durchläuft das Instrument das übliche Regelungsverfahren, das seine Verwendung für alle Glücksspielanbieter verbindlich vorschreiben wird.

Welche Fristen die Online-Anbieter dabei zu beachten haben werden, ist noch nicht bekannt. Ebenso wenig ist bisher deutlich geworden, wann es tatsächlich zur Einführung des intelligenten Spielerschutz-Tools in Spanien kommen wird.

Allerdings bekräftigte die Regierung bereits die Vorreiterrolle, die das Land durch die neue Technologie einnehme. In dieser Hinsicht scheint es tatsächlich weit vor etablierten Glücksspielmärkten wie Deutschland und Frankreich zu liegen.