2 Mrd. GBP für Wer­bung für bri­ti­sches Glücksspiel

Posted on: 24/11/2025, 04:06h. 

Last updated on: 24/11/2025, 11:14h.

  • Britische Anbieter von Glücksspiel geben 2 Mrd. GBP für Werbung aus.
  • Marketing über Online-, TV- und Print-Kanäle sowie Affiliates.
  • Werbeausgaben teilweise höher als Steuerabgaben.

Großbritannien zählt zu den weltweit größten Glücksspielmärkten. Entsprechend hart ist der Wettbewerb zwischen den Anbietern. Das schlägt sich auch in den Marketingausgaben nieder, denn im vergangenen Jahr gaben die Betreiber rund 2 Mrd. GBP (2,3 Mrd. Euro) für Werbung rund um das Glücksspiel aus.

Britische Pfund-Geldscheine
Gibt die Branche Milliarden aus? (Bild: Pixabay/Cosmix)

Die Ende vergangener Woche von der Mediaagentur WARC präsentierten Daten könnten tatsächlich noch untertrieben sein. Die Marktforscher betonen, dass die Einschätzung der Kosten von Online-Kampagnen zu konservativ sein dürfte.

Tatsächlich könnte das Ausgabevolumen bei bis zu 2,5 Mrd. GBP liegen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie die Steuerabgaben der lizenzierten Online-Casinos im Land.

Der Glücksspielverband BGC bezweifelte die neuen Daten und sieht die Schätzung als viel zu hoch an. Die Branchenvertreter gehen demnach lediglich von einem Werbevolumen in Höhe von etwa einer Milliarde Pfund aus.

Allerdings prognostizierten die sonst als branchenfreundlich bekannten Analysten von Regulus Partners schon 2018 weitaus höhere Daten. Damals gingen sie davon aus, dass die Ausgaben bei gut 1,5 Mrd. GBP liegen dürften.

Steuerdebatte zu Glücksspiel und Werbung

Die aktuelle Einschätzung dürfte die Befürworter höherer Glücksspielsteuern stützen. Diese argumentieren, dass die Branche auf Kosten der Bürger alljährlich Milliardengewinne einfährt. Sie setzen ihre Hoffnungen deshalb in die Pläne des Finanzministeriums für eine Erhöhung der Abgaben.

Meg Hillier, Vorsitzende des Finanzausschusses, betonte, dass die hohen Werbeausgaben der Branche ihre Behauptung einer schwierigen Finanzlage untergraben hätten. Hillier erklärte:

Leider überrascht es uns nicht, dass uns erzählt wird, dass Glücksspielunternehmen finanziell am Abgrund stehen, während sie gleichzeitig Milliarden in Werbung investieren.

Die Branche betont hingegen, dass die Werbung eine entscheidende Rolle beim Kampf gegen den Schwarzmarkt im Glücksspiel spiele. Schließlich könnten sich lizenzierte Betreiber durch die Werbung klar von ihren illegalen Konkurrenten abheben.

Hillier sieht dies grundsätzlich anders. Ihr zufolge sei es äußerst wichtig, dass die Regierung dieser „Panikmache der Branche“ nicht nachgebe. Ob es tatsächlich zu den angekündigten Steuererhöhungen kommt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.