Illegales Online-Glücksspiel unterschlägt in Europa Milliarden
Posted on: 21/11/2025, 02:54h.
Last updated on: 21/11/2025, 02:54h.
- Europa gehen durch illegales Online-Glücksspiel Milliarden verloren.
- European Casino Association warnt vor Übermacht der illegalen Betreiber.
- Alljährlich entgehen den Steuerbehörden rund 20 Mrd. Euro.
Illegales Online-Glücksspiel schädigt die Staaten in Europa alljährlich um eine zweistellige Milliardensumme. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Marktforscher von YieldSec im Auftrag des europäischen Casinoverbands durchführten.

Am Donnerstag veröffentlichte die European Casino Association (ECA) das alarmierende Ergebnis der Studie. Laut dieser erwirtschaften die nicht lizenzierten Betreiber in Europa pro Jahr Umsätze von 80 Mrd. Euro.
Durch das illegale Geschäft entgehen den nationalen Finanzämtern gigantische Summen. YieldSec schätzt, dass der jährliche Verlust 20 Mrd. Euro beträgt. Als Grundlage nennen die Marktforscher einen durchschnittlichen Steuersatz von 25 % auf Online-Erträge.
Um dem nicht lizenzierten Online-Geschäft besser zu begegnen, beschlossen europäische Regulierungsbehörden ein gemeinsames Vorgehen. Grund sind die länderübergreifenden Aktivitäten der Schwarzmarktbetreiber und deren teils hohe kriminelle Energie. In der vergangenen Woche vereinbarten die staatlichen Aufseher aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Portugal und Spanien einen intensiveren Austausch von Informationen und Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels. Dazu gehört auch die Koordination von Maßnahmen für staatliche Werbeverbote online und auf Social Media.
Die hohen Erträge des Schwarzmarktes schädigen nicht nur die Staaten, sondern auch die lokalen Anbieter. Diese erwirtschafteten 2024 rund 33,6 Mrd. Euro und damit nicht einmal die Hälfte ihrer illegalen Konkurrenten.
Tausende kriminelle Betreiber
Verantwortlich für die hohen Verluste sind rund 6.400 Firmen, die auf dem Kontinent ihren kriminellen Aktivitäten nachgehen. Diese gefährden laut ECA europaweit gut 80 Millionen Menschen.
Der ECA-Vorsitzende Erwin van Lambaart kommentierte:
Diese Ergebnisse bestätigen, wovor die ECA seit Jahren warnt: Illegales Online-Glücksspiel ist kein Randthema, sondern eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedrohung. Jeder Euro, der an kriminelle Betreiber verloren geht, ist ein Euro, der den europäischen Bürgern, legitimen und lizenzierten Unternehmen und unseren Gemeinden gestohlen wird.
Es liege dem Verband daran, mit den europäischen Behörden enger zusammenzuarbeiten, um Verbraucher zu schützen und die kriminellen Aktivitäten zu bekämpfen. Dabei gehe es insbesondere um die Identifizierung von illegalen Online-Casinos. Diese gäben sich regelmäßig als lizenzierte Betreiber aus, indem sie deren Logos und Bilder verwenden.
Auf diese Weise würden sie Verbraucher irreführen und den Ruf der regulierten Unternehmen schädigen. Da die Finanzkassen der Staaten ebenfalls um viel Geld gebracht werden, sieht der Verband die Zeit zum Handeln gekommen.
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