Milliarden­markt! Ille­gales On­line-Glücks­spiel in Australien

Posted on: 20/11/2025, 11:30h. 

Last updated on: 20/11/2025, 11:34h.

  • In Australien setzte illegales Online-Glücksspiel 2024 3,9 Mrd. AUD um.
  • Unlizenzierte Umsätze seit 2019 mehr als verdoppelt.
  • Gesperrte Spieler wandern in den Schwarzmarkt ab.

Illegales Online-Glücksspiel wird in Australien immer mehr zu einer Bedrohung der lizenzierten Betreiber. Beunruhigend ist, dass sich die Erlöse des Schwarzmarkts rasant entwickeln. Einer aktuellen Studie zufolge erwirtschafteten die unregulierten Offshore-Betreiber im vergangenen Jahr bereits Jahresumsätze von 3,9 Mrd. AUD (2,2 Mrd. Euro).

Symbolbild Kriminalität im Web
Die Kriminellen agieren aus dem Ausland (Bild: Pixabay/Elf-Moondance)

Initiiert hatte die Untersuchung die Spielerschutz-Organisation Responsible Wagering Australia (RWA). Die Studie kommt zu dem alarmierenden Schluss, dass sich das Geschäft mit illegalen Online-Sportwetten und -Casinos auf dem Fünften Kontinent immer stärker ausbreitet.

Die für 2024 ermittelten Daten stellen eine Verdoppelung der im Jahr 2019 registrierten Einnahmen dar. Und ein Ende des Wachstums scheint nicht in Sicht. So prognostizieren die Marktforscher von H2 Gambling Capital, dass das illegale Marktvolumen bis 2030 auf 5 Mrd. AUD ansteigt.

Ein Grund für die stark zulegenden Umsätze des illegalen Glücksspiels in Australien könnte in den rigiden Gesetzen des Landes liegen. Dort sind Sportwetten und Lotterien die einzigen Formen des lizenzierten Glücksspiels im Web. Online-Casinos und Online-Poker sind hingegen streng verboten. Laut Studie entfällt rund ein Viertel der Schwarzmarkterlöse auf Produkte, die legal nicht verfügbar sind.

Nach Angaben der RWA verlieren die Spieler Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge bei den nicht lizenzierten Anbietern. Bis 2029 sollen diese auf 585 Mio. AUD anwachsen. Darunter fallen allein 135 Mio. AUD, die bei illegalen Online-Pferdewetten verzockt werden.

Gefahr für den Spielerschutz

Die Organisation warnt, dass der illegale Boom die Spieler ernsthaft gefährde. So böten unlizenzierte Websites vielfach keinerlei Spielerschutz. Tools wie Einsatzlimits sind dort tatsächlich unbekannt, was das Risiko hoher finanzieller Verluste erheblich steigert.

Hinzukommt der kriminelle Hintergrund der Offshore-Marken. RWA-CEO Kai Cantwell erklärt dazu:

Diese Aktivitäten werden oft von organisierten kriminellen Netzwerken in Steuer- und Regulierungsoasen kontrolliert, die Gesetzeslücken ausnutzen, um Geld zu waschen und Sanktionen zu umgehen.

Besonders gefährlich sei, dass vor allem Problemspieler in illegale Online-Casinos und -Wettbüros abwandern. Demnach sei annähernd die Hälfte dieser Kunden im australischen Sperrregister BetStop gemeldet.

Diese Spieler können nicht bei den lizenzierten Betreibern zocken, sodass ihnen als Ausweg nur das illegale Angebot bleibt. Die RWA fordert deshalb ein Eingreifen der Politik. Spieler wie auch legale Anbieter müssten besser vor dem Schwarzmarkt geschützt werden. Letztendlich würde auch der Staat davon finanziell profitieren, denn die Offshore-Unternehmen zahlen in Australien keinerlei Steuern.