Lottoland reicht Klage gegen die Australian Communications and Media Authority ein

Veröffentlicht am: 10. Juni 2019, 12:31 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Juni 2019, 12:31 Uhr.

Am Freitag gab die Australian Communications and Media Authority (ACMA) per Pressemitteilung bekannt, dass das Online Glücksspielunternehmen Lottoland Klage gegen sie eingereicht habe. Die ACMA habe zuvor dargelegt, dass einige der Lottoland Produkte gegen den Interactive Gambling Act von 2001 verstießen und somit in Australien nicht angeboten werden dürfen.

Lottoland Solutions Banner
Lottoland reicht Klage gegen ACMA ein (Bild: Vimeo)

In Australien nicht willkommen

Das Online Glücksspiel Unternehmen Lottoland Limited, welches seinen Sitz in Gibraltar hat, geriet in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und bietet international Zweitlotterien an, bei welchen Spieler auf die Zahlen verschiedener Lotterien Wetten abschließen können.

Jetzt schlägt Lottoland erneut Wellen, und zwar in Australien, wo Regierung und Behörden Online Glücksspielanbietern derzeit ganz genau auf die Finger schauen.

Bereits im Juni letzten Jahres beschloss die australische Regierung, dass Zweitlotterien, bei denen Wetten auf nationale und internationale Lottoziehungen gesetzt werden können, nicht mit den australischen Glücksspielgesetzen vereinbar seien.

Seit dem ersten Januar dürfen Unternehmen wie Lottoland derartige Produkte in Australien daher nicht mehr anbieten. Andere Formen der Online Wetten hingegen dürfen weiterbestehen, zumindest bis jetzt.

Darin eingeschlossen ist Lottolands Jackpot Betting Produkt, welches das Unternehmend passend zu Jahresbeginn auf den Markt brachte, um den Wegfall der anderen Wettspiele auszugleichen.

Was ist Jackpot Betting?

Anders als bei gewöhnlichen Zweitlotterien stammen die Zahlen für das Jackpot Betting nicht aus den offiziellen Lottoziehungen nationaler oder internationaler Lotterien. Lottoland entnimmt stattdessen täglich zu bestimmten Zeiten zufällige Zahlen von verschiedenen Finanzmärkten.

Die entnommenen Zahlen werden in Gewinnzahlen konvertiert und mit diesen dann eine Ziehung im gewohnten Lotto-Stil durchgeführt. Das Unternehmen betont, dass das Spiel allen Teilnehmern gegenüber fair sei, da niemand, inklusive Lottoland selbst, im Vorfeld die Zahlen wissen kann.

Die Behörden zeigten sich jedoch von Anfang an skeptisch. Der ehemalige australische Minister für Kommunikation, Internetsicherheit und Künste hätte in dem Zusammenhang Berichten zufolge die ACMA gebeten, die neuen Angebote genauestens auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu untersuchen.

Mitch Fifield
Minister Mitch Fifield habe die ACMA zur Untersuchung veranlasst (Bild: Wikipedia)

Gleichzeitig habe auch die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) Beschwerden erhalten, dass die Angebote nicht gesetzeskonform seien.

Die ACMA [Pressemittelung auf Englisch] sei jetzt zu dem Schluss gekommen, dass das Jackpot Betting in der Tat nicht mit der aktuellen Gesetzeslage konform sei, da es sich um eine Form des Glücksspiels handle, die der Interactive Gambling Act 2001 verbiete.

Darin eingeschlossen seien der Montags- und Mittwochsjackpot (Mon & Wed Jackpot), der Dienstagsjackpot (Tue Jackpot), der Donnerstagsjackpot (Thu Jackpot), US Millions und der US Power Jackpot. Lediglich Lottolands Produkt Daily Millions verstoße nicht gegen die Gesetze.

Der Rechtsstreit hat begonnen

Sowohl die ACMA als auch Lottoland gaben am Freitag bekannt, dass ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden sei. Die ACMA wolle sich nicht weiter zu der Angelegenheit äußern, bis das Verfahren abgeschlossen sei.

Der Geschäftsführer von Lottoland, Luke Brill, erklärte, warum man nun rechtliche Schritte eingeleitet habe:

Wir haben beschlossen, vor dem Obersten Gerichtshof gegen die ACMA zu klagen, weil wir denken, dass deren Beurteilung des Jackpot Betting falsch ist. Lottolands Jackpot Betting wurde von den zuständigen Lizenzierungsbehörden bewilligt und wir sind der Auffassung, dass das Produkt vollständig mit dem australischen Gesetz konform ist. Wir haben hart dafür gearbeitet, uns an die jüngsten Gesetzesänderungen anzupassen und wir haben uns zum Ziel gesetzt, aufregende neue Produkte zu erstellen, die unsere Kunden lieben.

Brill fügte hinzu, dass der Streit vor Gericht darüber hinaus ein symbolischer Kampf für die Entscheidungsfreiheit sei. Schließlich sei es ein Grundrecht der Australier, dem gelegentlichen Wettvergnügen nachzugehen.

In der Tat habe Lottoland laut eigener Aussage 750.000 Kunden in Australien, die regelmäßig die Online Produkte in Anspruch nehmen. Begründet wird die große Bekanntheit des Unternehmens vor allem in der umfangreichen TV-Werbung, die Lottoland in den letzten Jahren schalten konnte.

Nicht nur die nationale Lotterie des Landes, sondern auch legale regionale Anbieter wie Tabcorp und andere kleinere Unternehmen scheinen seit Jahren eine Bedrohung in Lottoland zu sehen. Tabcorp erzielte jedoch neue Rekordeinahmen, nachdem die Regierung im Juni die Online Zweitlotterien verboten hatte.

So geht der Kampf zwischen den offiziellen Lotterien und den umstrittenen Online Lotterien vorerst weiter. Zunächst liegt es jetzt beim zuständigen Gericht, eine Entscheidung zu fällen. Mittelfristig sind aber auch weitere Gesetzesanpassungen nicht auszuschließen.