US-Wahlen 2020: Buchmacher glauben nicht an Trump-Sieg

Veröffentlicht am: 31. August 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. September 2019, 09:14 Uhr.

Geht es nach den Online Wettanbietern, endet die Karriere von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bereits mit den Wahlen im Jahr 2020. Diverse große Buchmacher sehen Trump deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer und das, obwohl dieser noch gar nicht feststeht.

Donald Trump winkt
Buchmacher sind der Auffassung, Donald Trump wird 2020 Abschied vom Amt des POTUS nehmen (Quelle:flickr.com/Gage Skidmore, licensed under CC BY-SA 2.0)

Demokraten hoch im Kurs

Wenn die 538 Wahlleute des Electoral College der USA im Dezember 2020 den Namen des 59. Präsidenten der Vereinigten Staaten bekanntgeben, wird dieser angeblich nicht „Donald John Trump“ lauten. Dies zumindest besagt ein Blick auf die derzeitigen Quoten großer Online Buchmacher.

So sieht der Prognosemarkt PredictIt die virtuelle Aktie der Demokraten derzeit bei 0,56 USD. Den Republikanern wird lediglich ein Wert von 0,46 USD beigemessen. Und das, obgleich – oder gerade, weil – der demokratische Kandidat auf den höchsten Posten des Landes noch nicht feststeht.

PredictIt [Seite auf Englisch] ist eine in Neuseeland ansässige Plattform, die den Handel mit Prognosen auf politische und wirtschaftliche Ereignisse anbietet. Im Jahr 2016, zwei Jahre nach Gründung des Unternehmens, waren rund 30.000 Händler auf der Seite aktiv. PredictIt ist ein Projekt der Victoria University of Wellington, die die gewonnen Daten zur Forschung nutzt.

Auch der britische Buchmacher William Hill sieht Trump im Rennen um das Präsidentschaftsamt im Hintertreffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner auch in der kommenden Legislaturperiode das Oval Office besetzen wird mit einer Quote von 10/11 gehandelt. Die demokratische Partei liegt mit einer Quote von 4/5 vorn.

Zweiter republikanischer Kandidat weit abgeschlagen

Amtsinhaber Trump hatte bereits im Kontext seines Wahlsieges im Jahr 2016 klargestellt, auch für die nächste Legislaturperiode kandidieren zu wollen. Die Unterlagen reichte er noch am Tag seiner Amtseinführung 2017 ein.

William Weld
Bill Weld, bislang einziger republikanischer Gegenkandidat von Donald trump (Quelle:flickr.com/Gage Skidmore, licensed under CC BY-SA 2.0)

Bislang einziger offizieller Gegenkandidat aus republikanischen Reihen ist der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Bill Weld. Dessen Einzug ins Weiße Haus handelt Wettanbieter William Hill mit einer Quote von 200/1.

Während von republikanischer Seite somit Überraschungen unwahrscheinlich sein dürften, ist die Frage, wer für die Demokraten ins Rennen gehen wird, noch lange nicht geklärt. Rund 20 Bewerber hatten sich ursprünglich für die Vorwahlen der Demokraten in Position gebracht. Sechs von ihnen haben ihre Kandidatur bereits zurückgezogen.

Prognosemarkt PredictIt zufolge hätten die Senatoren Elizabeth Warren, Bernie Sanders und Kamala Harris ebenso wie der ehemalige Vizepräsident Joe Biden die größten Chancen, in das Rennen um das Präsidentenamt einzusteigen.

Auf der Handelsplattform setzt die Mehrheit auf die Juristin und scharfe Trump-Kritikerin Warren als Kandidatin; gegen den zweitplatzierten Biden liegt sie mit einem Kurs von 0,33 USD zu 0,26 USD im Ranking klar vorn.

Die Sache mit den Prognosen

Sticker I voted US-Wahl 2016
Im Vorfeld der Wahlen 2016 irrten die Wahlforscher (Quelle:Kārlis Dambrāns, licesed under CC BY 2.0)

Auch die jüngsten Umfragen zeigen einen Trend, der jenem der Buchmacher ähnelt. Die Zustimmungswerte zur aktuellen Politik Trumps liegen mit 47 zu 51 deutlich unter denen der Ablehnung des politischen Kurses des Präsidenten.

Allerdings sollte Prognosen nicht zu viel Gewicht beigemessen werden. Dies zeigt ein Rückblick auf das Jahr 2016, als die offiziellen Hochrechnungen noch in der Mitte der Wahlnacht von einem Sieg der Demokratin Hillary Clinton im Rennen um das Weiße Haus ausgingen.

Auch die Zwischenwahl im November 2018 ließ Wahlforscher und Datenjournalisten nicht gut aussehen. Während man zuvor zu 86 Prozent davon ausgegangen war, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernehmen würden, sackte die Prognose, während die Wahllokale geöffnet waren, auf 30 Prozent ab. Letztendlich siegten die Demokraten, absehbar schien dies für die Wahlforscher aber zuvor nicht gewesen zu sein.

Ähnliche Verwirrung soll bei der Wahl im kommenden Jahr nun um jeden Preis vermieden werden. So schule die traditionsreiche New York Times nun eigenen Angaben zufolge ihre Journalisten in der richtigen Interpretation übermittelter Daten:

Wir wollen unseren Journalisten dabei helfen, die Daten, die sie bekommen, besser zu verstehen. Wir wollen, dass sie in den Hunderttausenden von Datenbanken, die ihnen zur Verfügung stehen, die richtigen Geschichten finden.

Gewinner durch Wahlgewinner?

Sollte Donald Trump entgegen der derzeitigen Quoten im nächsten Jahr seine Amtszeit verlängern, werden sich jene freuen können, die jetzt Wetten auf seinen Sieg abschließen.

Eine Alternative wäre aber auch Dwayne The Rock Johnson. Der Wrestler und Schauspieler hatte im Jahr 2017 öffentlich mit einer Kandidatur um den Posten als POTUS geliebäugelt und war von der Washington Post als „plausibler Kandidat“ geadelt worden.

Träte „The Rock“ tatsächlich an, könnte er den ein oder anderen, der bereits jetzt seine Wette platziert, sehr reich machen. Die Beliebtheitswerte des 47-Jährigen sind ausnehmend hoch. Seine Quoten mit 200/1 hingegen nicht sehr erfolgsversprechend.