Britische Werbeaufsicht sperrt Prankvideo von Glücksspiel­anbieter Betway

Veröffentlicht am: 8. Januar 2020, 02:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Januar 2020, 02:56 Uhr.

Ein Spaßvideo, das Buchmacher Betway im Oktober auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte, sorgte nun für Ärger mit der Advertising Standards Authority (ASA). Der Clip mit Fußball-Nationalspieler Declan Rice (20) in der Hauptrolle musste aus dem Netz genommen werden, weil er gegen die strengen Bestimmungen der britischen Werbeaufsicht verstoßen hatte.

Fußballer Declan Rice
Das Trikot von Sponsor Betway darf Fußballer Declan Rice tragen, für ihn werben jedoch nicht (Quelle:Steindy, licensed under CC BY-SA 4.0)

Für Betway Video: Streiche unter Fußballern

In einem im vergangenen Oktober veröffentlichten, rund fünfminütigen Clip war der 20-jährige Nationalspieler Declan Rice von seinem West Ham Teamkollegen Mark Noble aufs Glatteis geführt worden.

Versteckte Kameras hatten aufgezeichnet, wie Declan Rice in einem Disput mit einer Politesse an den Rand der Verzweiflung geriet, nicht ahnend, dass es sich hierbei um einen von Betway angeheuerten und von Mark Noble gesteuerten Schauspieler handelte.

Doch nicht jeder war amüsiert. Angaben der britischen Tageszeitung The Standard zufolge habe ein Zuschauer bei der zuständigen Werbeaufsicht ASA Beschwerde eingelegt. Mit dem 20-jährigen Rice in der Hauptrolle verstieße Betway gegen die geltenden Bestimmungen zur Glücksspielwerbung in Großbritannien.

Die Vorgaben zur Glücksspielwerbung in Großbritannien sind unter Punkt 17 (Seite auf Englisch) des UK Code of Broadcast Advertising (CAP Code) klar definiert. Unter anderem ist es Werbetreibenden aus der Glücksspielbranche untersagt, in ihrem Marketing bei signifikanten Rollen auf Darsteller zu setzen, die tatsächlich oder scheinbar jünger als 25 Jahre sind.

Werbung oder redaktioneller Inhalt?

In einer ersten Reaktion habe Betway den Vorwurf des Verstoßes von sich gewiesen, so ein Sprecher der ASA. Da das Video Rice weder in einem sportlichen Kontext gezeigt noch auf die Webseite des Buchmachers verlinkt habe, handele es sich hierbei nicht um Werbung, sondern um redaktionelle Inhalte zur Unterhaltung des Publikums.

Die ASA folgte dem Einwand nicht und erklärte:

(…) Wir waren der Ansicht, dass das YouTube-Video in direktem Zusammenhang mit der Bereitstellung der Dienste von Betway steht und daher in den Zuständigkeitsbereich des CAP-Codes fällt.

Dies ergebe sich unter anderem durch die prominente Einblendung des Markennamens und die abschließenden Hinweise zum Spielerschutz. Mittlerweile ist das von der ASA gerügte Video von der Seite von Rices Verein West Ham United und den offiziellen Betway-Aufritten im Internet verschwunden.