USA: Großaktionen gegen illegales Glücksspiel und das organisierte Verbrechen

Veröffentlicht am: 7. Oktober 2019, 12:23 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Oktober 2019, 01:02 Uhr.

In den USA führte die Polizei in der vergangenen Woche mehrere Großaktionen gegen das illegale Glücksspiel durch. Dabei wurden mutmaßliche Mitglieder der Mafia-Familie Colombo im Bundesstaat New York verhaftet. Weitere Razzien erfolgten unter dem Einsatz von SWAT-Teams in Los Angeles.

New York, New Yorker Skyline
Im Bundesstaat New York nahm die US-Polizei bei einer Razzia Mitglieder der Mafia-Familie Colombo fest. (Bild: Pixabay/Sabrina B.)

Mitglieder der „Colombo-Familie“ festgenommen

Im Bundesstaat New York hat die Polizei infolge einer drei Jahre andauernden Untersuchung am vergangenen Freitag 20 Verdächtige festgenommen.

Joseph Profaci, Mafia-Boss der Colombo-Familie
Joseph Profaci war einst Kopf der Mafia-Familie Colombo, einer der Fünf Familien von New York. (Bild: Wikipedia/Walter Albertin)

Die Gründe für die Festnahmen reichen von Verdacht auf die Durchführung illegalen Glücksspiels bis hin zu mutmaßlicher Erpressung.

Einige der Inhaftierten sollen eng mit der Mafia-Familie Colombo in Verbindung stehen. Diese gehört zu den sogenannten „Fünf Familien“ von New York, die hier die organisierte Kriminalität anführen.

Unter den Angeklagten befindet sich laut Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft [Seite auf Englisch] Joseph Amato, ein mutmaßlicher Kapitän der „Colombo-Familie“. Verhaftet wurden zudem Joseph Amato Jr., Anthony Silvestro, Daniel Capaldo und Thomas Scorcia, bei denen es sich um Familienmitglieder der Colombo-Mafia handeln soll.

Die Untersuchungen, die nun zu den Festnahmen geführt haben, begannen im November 2016. Damals wurde an einem lokalen Bus ein GPS-Tracker entdeckt. Amato soll das Gerät erhalten haben, um seine damalige Freundin zu überwachen.

Er soll mit den Mitteln geprahlt haben, die ihm zur Verfügung ständen, um eine engmaschige Überwachung durchzuführen. Auf die Entdeckung des GPS-Trackers hin erhielten die Behörden die gerichtliche Genehmigung, die Kommunikation der nun Angeklagten zu überwachen.

Die Staatanwaltschaft beschreibt ihre Entdeckungen wie folgt:

„Amato und Mitglieder seiner Crew nutzten Gewalt und Gewaltandrohungen, um illegale Einnahmen zu erzielen und den Ruf der Gruppe sowie deren Ansehen zu festigen. Einmal konfrontierte eine Person Amato Jr., weil er eine Frau an einer Bar beleidigt hatte. Amato Jr. forderte die Person auf sich zurückzuziehen und drohte: ‚Weißt du, wer mein Vater ist?‘ Am folgenden Tag wurde die Person an einen Ort gelockt, an dem Amato, Amato Jr. und andere Mitglieder der Gang das Opfer brutal schlugen. Sie ließen ihn blutend zurück und seine Kopfhaut musste geklammert werden.“

Außerdem sollen die Behörden bei ihren Abhörmaßnahmen entdeckt haben, wie die Angeklagten versuchten, ein College-Basketballspiel zu manipulieren. Einer der Angeklagten, Benjamin Bifalco, habe Mitgliedern eines der Basketballteams Tausende Dollar angeboten und sie aufgefordert, das Spiel absichtlich zu verlieren.

Vorgehen gegen das illegale Glücksspiel in Kalifornien

Weitere Razzien gegen das illegale Glücksspiel führte die Polizei in derselben Woche in Los Angeles durch. Im San Fernando Valley wurden die Polizeibeamten beim Eindringen in ein illegales Glücksspiellokal von einem SWAT-Team, bestehend aus für Sonderlagen ausgebildeten Spezialeinheiten, begleitet.

Ein Nachrichten-Hubschrauber filmte die Aktion von der Luft aus. Die Aufnahmen zeigen, wie die Polizei einen Rammbock einsetzte, um sich Zugang zum Lokal zu verschaffen. Zunächst wurde mehr als ein Dutzend Personen festgenommen, schlussendlich blieb aber nur eine Person in Polizeigewahrsam. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt gegeben worden.

Berichten zufolge soll das Vorgehen der Polizei auch hier Folge einer laufenden Untersuchung zu illegalen Glücksspiel-Aktivitäten in der Region sein. Es könnte ein Zusammenhang zur groß angelegten Razzia bestehen, die die Polizei im Sommer in Los Angeles durchführte.

Im Juni führte die Polizei in der Innenstadt von Los Angeles eine Razzia in einem Lokal durch, das wichtiger Knotenpunkt illegaler Glücksspielaktivitäten gewesen sein soll. Auch dieser Einsatz war in Kooperation mit einem SWAT-Team erfolgt. Nachdem im Lokal anwesende Personen den Raum verbarrikadiert hatten, setzten die Beamten Tränengas ein, um sich Zutritt zu verschaffen. Insgesamt waren im Zuge der Aktion 35 Personen festgenommen worden.

Die in der vergangenen Woche durchgeführten Razzien in New York und Los Angeles folgen nur knapp zwei Wochen auf die Verurteilungen im Mafia-Prozess um das illegale Glücksspiel in New Jersey. Sie zeigen, was auch die New Yorker Staatsanwälte derzeit betonen: Die Mafia ist nicht mehr als die kriminelle Bedrohung zu sehen, die sie einmal war.

Die Justizbehörden kündigen gleichwohl ein weiteres energisches Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität an.