Zwei US-Kongress­mitglieder wollen Sportwetten-Steuern abschaffen

Veröffentlicht am: 27. Juli 2020, 03:10 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. Juli 2020, 04:11 Uhr.

Am Freitag haben die US-Kongressmitglieder Dina Titus (Nevada) und Guy Reschenthaler (Pennsylvania) einen gemeinsamen Gesetzesentwurf zur Abschaffung der Sportwettensteuer in den USA präsentiert.

US-Kongress Gebäude von außen
Mitglieder des US-Kongresses wollen Sportwetten-Steuer abschaffen. (Bild: Pikist/CC0)

Wie Nevada-Repräsentantin Titus am Sonntag in einer Pressemitteilung erklärt hat [Seite auf Englisch], erhofften sich die Politiker dadurch eine Stärkung des legalen Sportwettenmarktes zuungunsten illegaler Anbieter.

Derzeit müssten legale Buchmacher in den USA eine Steuer von 0,25 % auf ihre Gesamtbruttoeinnahmen zahlen. Während die 1950 eingeführte Steuer dem Staat nur geringfügige Zusatzeinnahmen einbringe, belaste sie insbesondere die kleineren Buchmacher sehr.

Die Kongressmitglieder Titus und Reschenthaler befinden sich im Vorstand des Congressional Gaming Caucus, einer politischen Organisation, die die Interessen der Glücksspiel- und Gaming-Branche repräsentiert. In ihrer jetzigen Form existiert die Organisation seit Anfang dieses Jahres und setzt sich aus mehr als 30 Kongressmitgliedern verschiedener Staaten zusammen.

Im Hinblick auf die Entwicklung des US-Glücksspielmarktes in den letzten Jahrzehnten sei die Steuer mittlerweile stark veraltet, so die beiden Kongressmitglieder. Sie begünstige lediglich die illegalen Anbieter, da diese ihrerseits keine Steuern zahlten und somit Vorteile gegenüber den legalen Anbietern hätten.

Die Abschaffung der Steuer könnte hingegen dazu beitragen, dass der legale Markt die Oberhand gewinne. Dies wiederum habe dann auch positive Auswirkungen auf den Spielerschutz.

Steuerfreiheit soll Arbeitsplätze erhalten

Die Buchmacher des Landes sollen auch durch eine weitere Maßnahme entlastet werden. So setzen sich Titus und Reschenthaler dafür ein, dass die pauschale 50-USD-Steuer, die Buchmacher für jeden Angestellten zahlen müssen, ebenfalls abgeschafft wird.

Aufgrund der Corona-bedingten wirtschaftlichen Krise der Branche seien unzählige Arbeitsplätze gefährdet. Das Aufrechterhalten dieser Steuer zwinge die Wettanbieter jedoch dazu, weitere Entlassungen vorzunehmen. Titus erklärte:

Die Buchmacher zum Zahlen der Steuer pro Angestelltem zu zwingen, ist das letzte, was wir brauchen, wenn Glücksspielfirmen noch immer neue Entlassungen und Beurlaubungen ankündigen.

Reschenthaler fügt hinzu, dass die im Entwurf vorgesehene Steuerabschaffung für ein langfristiges Wirtschaftswachstum sorgen werde. Statt weitere Stellen zu streichen, könnten neue Arbeitsplätze für die Zukunft geschaffen werden.

Allein im Bundesstaat Pennsylvania hingen knapp 33.000 Jobs an der Glücksspielbranche. Diese zu bewahren sei eines der wichtigsten Ziele des neuen Gesetzesentwurfes.