Corona-Krise in Belgien: Pferdesport-Branche bittet um Steuer­erleichterungen

Veröffentlicht am: 6. November 2020, 11:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. November 2020, 04:29 Uhr.

Der belgische Pferdesport-Sektor hat die Regierung um Unterstützung gebeten, um die wirtschaftlichen Einbußen infolge der Corona-Krise zu stemmen. Wie der belgische Pferdesport-Verband [Seite auf Französisch] am Donnerstag auf seiner Webseite bekannt gegeben hat, fordere die Branche zu diesem Zweck Steuererleichterungen für den Zeitraum von einem Jahr.

Pferderennen
Den belgischen Pferdesport-Sektor hat die Corona-Krise schwer getroffen. (pixabay.com, clarencealford)

Belgien befindet sich aktuell in einem zweiten Lockdown. Während Pferderennen hinter verschlossenen Türen stattfinden dürfen, sind eine Reihe von Veranstaltungen dennoch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden, darunter das Springreiten in Mechelen sowie die belgische Meisterschaft der Jungpferde in Gesves.

Ermäßigter Steuersatz für alle Pferde

Die Einnahmen der Branche seien infolge der Krise „ins Bodenlose gesunken“. Unter dem Hashtag #secteurequestreasixpourcents (Pferdesport-Sektor auf 6 Prozent) fordert der Verband Fédération Royale Belge des Sports Equestres (F.R.B.S.E.) daher eine Senkung der Mehrwertsteuer für Aktivitäten des Sektors von 21 % auf 6 %.

Dieser ermäßigte Steuersatz gelte aktuell bereits für Rassen, die üblicherweise als Zugpferde genutzt würden, sowie für Pferde, die über den innergemeinschaftlichen Handel erworben oder zum Schlachten importiert würden. Der Verband fordere eine temporäre Ausweitung der Ermäßigung auf Rennpferde.

Während der Pferdesport-Sektor in Belgien unter der Corona-Krise leidet, hat die französische Branche bereits im Juni erste Zeichen von Erholung gezeigt. Wie der Vorsitzende des Pferdewetten-Anbieters PMU in einem Interview bekannt gegeben hatte, hätten die Wetteinsätze nach dem ersten landesweiten Lockdown im Frühjahr bereits wieder 60 bis 70 % des Vorjahresniveaus erreicht. Im September hatte die PMU in ihrem Quartalsbericht zudem von einem „Rekordsommer der Pferdewetten“ berichtet. Die Einsätze seien im Juli um 15 % und im August um 10 % gestiegen.

Wohlbefinden der Pferde in Gefahr

Der Pferdesport sei in Belgien von großer sozialer und wirtschaftlicher Bedeutung, so der Verband. Das Land habe mit elf Tieren pro Quadratkilometer die höchste Pferdedichte der Welt. 7.500 Pferde und 300 Trainer und Jockeys seien im Pferdesport tätig.

Die Tiere seien auf Bewegung und Pflege angewiesen, um ihre Gesundheit zu sichern, so der Verband:

Bestimmte Aktivitäten garantieren das fortlaufende Wohlbefinden unserer Pferde, da sie weiterhin von körperlicher Aktivität und Pflege angewiesen sind.

Die Kosten für diese Versorgung sei von vielen Beschäftigten des Sektors nicht mehr zu stemmen. Von einer Steuerreduzierung erhoffe sich der Verband, das finanzielle Überleben der Branche zu sichern sowie das Wohlergehen der Pferde zu gewährleisten.