Großbritanniens Glücksspielaufsicht bewilligt Online Selbstausschluss-Programm GAMSTOP

Veröffentlicht am: 2. September 2019, 01:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. September 2019, 01:07 Uhr.

Am Sonntag berichtete die britische Zeitung The Guardian, dass die Regulierungsbehörde UK Gambling Commission (UKGC) das bereits vor 18 Monaten zur Probe gelaunchte Selbstausschluss-Programm „GAMSTOP“ endgültig abgesegnet habe.

Zugriff verweigert STOP Computer
GAMSTOP Selbstausschluss bewilligt (Bild: Pexels, geändert durch Casino.org)

In Zukunft seien alle in Großbritannien lizenzierten Online Casinos und Wettanbieter in der Pflicht, sich dem Programm anzuschließen. Sollte sich ein Anbieter nicht an die Regelung halten, könne der sofortige Lizenzentzug drohen.

Grünes Licht für GAMSTOP

Das Online Glücksspiel ist im gesamten Vereinigten Königreich seit vielen Jahren legal und wird durch die UK Gambling Commission überwacht und reguliert. Aufgrund der stark gestiegenen Spielsuchtzahlen jedoch wurden die kritischen Stimmen gegen das leicht zugängliche Online Glücksspiel zuletzt immer lauter.

Während viele Politiker nach wie vor strengere Glücksspielgesetze fordern, bemühen sich Spielsuchtexperten und Hilfsorganisationen, möglichst effektive Präventionsarbeit zu leisten und im Ernstfall schnelle Therapiemöglichkeiten anzubieten.

Eine im letzten Jahr bekannt gewordene Hilfsorganisation ist die gemeinnützige Organisation „The National Online Self-Exclusion Scheme Limited“ (dt: Nationale Online Selbst-Ausschluss Projekt GmbH).

Die Hauptarbeit der Organisation besteht darin, Spielern eine digitale Plattform zu bieten, über welche sie sich auf eigenen Wunsch gänzlich vom Online Glücksspiel ausschließen können. Zu diesem Zwecke wurde im Januar 2018 die Webseite „GAMSTOP“ gelauncht.

In der aktuellen Selbstbeschreibung von Gamstop heißt es erklärend:

GAMSTOP schließt aktuell eine große Anzahl von Glücksspiel-Webseiten ein, aber nicht alle. In absehbarer Zeit jedoch werden alle Glücksspiel-Webseiten von der Glücksspielkommission dazu verpflichtet, sich anzuschließen. Sie können sich in der Zwischenzeit trotzdem bei GAMSTOP registrieren, so dass Sie von den bereits teilnehmenden Glücksspiel-Webseiten ausgeschlossen werden.

Die Organisation erläutert in dem Zusammenhang, dass eine frühzeitige Registrierung durchaus sinnvoll sei. Sobald weitere Glücksspielwebseiten sich anschließen, seien Spieler automatisch auch auf diesen gesperrt. Eine erneute Registrierung solle zu keinem Zeitpunkt nötig sein.

GAMSTOP soll zu 100 % funktionieren

Obwohl die Webseite bereits seit gut 18 Monaten online ist, hatte die UKGC das Projekt GAMSTOP bisher nicht offiziell anerkannt, da es bezüglich dessen Effektivität bisweilen Bedenken gegeben hätte.

Ein Problem sei beispielweise gewesen, dass Spieler, die sich über die GAMSTOP Webseite haben ausschließen lassen, trotzdem weiterhin Werbeemails diverser Online Glücksspielanbieter erhalten hätten.

Die UKGC hatte die Gründer von GAMSTOP daher bereits letztes Jahr dazu aufgefordert [Bericht auf Englisch], auch die Marketingabteilungen der jeweils teilnehmenden Online Casinos zu 100 % in die Pflicht zu nehmen.

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LeoVegas wurde 2018 wegen unerlaubter Werbemails von der UKGC abgemahnt (Bild: Wikipedia/Quelle LeoVegasGroup)

Neben den unangemessenen Werbe-E-Mails habe GAMSTOP des Weiteren in mehreren Fällen schlicht nicht funktioniert. Problemspieler hätten sich trotz Selbstausschlusses bei teilnehmenden Seiten anmelden können, indem wenige persönliche Details bei der Anmeldung abgeändert worden seien.

Auch frühere Recherchen der Zeitung The Guardian hätten ähnliche Mängel bei einigen Online Glücksspielanbietern zutage gebracht.

Nichtsdestotrotz hätten sich mittlerweile bereits 99 % aller in Großbritannien tätigen lizenzierten Glücksspielanbieter GAMSTOP angeschlossen.

Was hingegen die Anzahl der auf eigenen Wunsch gesperrten Spieler anbelangt, schätz man, dass es bereits mehrere Zehntausend Registrierungen gegeben haben könne. Konkrete Zahlen darüber gab GAMSTOP selbst jedoch nicht bekannt.

GAMSTOP bald für alle Anbieter verpflichtend?

Wie The Guardian in seinem aktuellen Bericht verlauten lässt, könnte GAMSTOP in naher Zukunft für alle in Großbritannien arbeitenden Online Glücksspielfirmen verpflichtend sein.

Die UKGC wolle GAMSTOP in ihr offizielles Regelwerk einbinden und die Teilnahme am Projekt zu einer unumgänglichen Grundvoraussetzung für den Erhalt einer Online Glücksspiellizenz erklären.

Das Projekt GAMSTOP erhielt zuletzt auch von der Labour Party großen Zuspruch. Die Partei fordert seit langem eine strengere Regulierung des Glücksspielsektors und trug maßgeblich zu den neuen Regelungen über die Fixed-Odds-Betting-Terminals bei.

Die offizielle Meldung der UKGC über die Anerkennung von GAMSTOP und der künftig verpflichtenden Teilnahme am Projekt werde nach Aussage von The Guardian noch in dieser Woche erwartet.

Die wenigen noch nicht teilnehmenden Online Glücksspiel-Webseiten werden sich folglich sehr bald ebenfalls anschließen müssen. Für Großbritanniens Spielsüchtige könnte ein perfekt funktionierendes Selbst-Ausschluss-Programm eine potentiell große Hilfe sein.