Topfavorit Neuseeland siegt bei Auftakt der Rugby-Weltmeisterschaft

Veröffentlicht am: 22. September 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. September 2019, 08:12 Uhr.

Am Freitag begann in Japan die Rugby-Weltmeisterschaft, bei der sich bis zum Finale in Yokohama am 2. November 20 Teams gegenüberstehen. Experten, Fans und Wettbüros sehen das Team aus Neuseeland als großen Titelfavoriten.

Rugby World Cup
Der Rugby World Cup findet erstmals in Japan statt (Bild: rugbyworldcup.com)

Neuseeland bestätigt seine Favoritenrolle

Gleich in ihrem ersten Match bekamen es die Favoriten aus Neuseeland in der Gruppe B mit ihren direkten Titelkonkurrenten aus Südafrika zu tun. Bei diesem, von vielen “kleines Finale” titulierten Match unterstrichen die Neuseeländer eindrucksvoll ihre Rolle: Gegen das Team vom Kap geben sie sich keine Blöße und gewannen sicher mit 23:13.

Zuvor hatten die Gastgeber aus Japan hatten im Eröffnungsspiel gegen Russland allen Grund zum Jubeln: Vor knapp 50.000 Zuschauern gewannen sie gegen die 1:20-Außenseiter mit 30:10 (12:7) und zeigten dabei über weiter Strecken eine überzeugende Leistung.

Auch die Mitfavoriten aus Australien (39:21 gegen Fiji) und Frankreich (20:3 gegen Argentinien) konnten ihre Auftaktmatches deutlich gewinnen. Heute können England (gegen Tonga) und Irland (gegen Schottland) demonstrieren, dass sie zu Recht zu den hoch eingeschätzten Sieganwärtern zählen.

Buchmacher setzen auf Neuseeland, Südafrika und England

Mit einer Quote von 1:2,2 führt die neuseeländische Mannschaft die Liste der Favoriten mit einigem Abstand an. Dem im gesamten Land nur “All Blacks” genannten Team könnte das Kunststück gelingen, den Rugby World Cup als erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge zu gewinnen.

Hinter den Neuseeländern liegen die ein-, beziehungsweise zweifachen Titelträger aus England und Südafrika (jeweils 1:5,0), wobei die Afrikaner in den letzten Monaten spielerisch deutlich zulegen konnten.

Mit Irland und Wales (jeweils 1:10,0) folgen zwei weitere Mannschaften von den britischen Inseln, die zudem durch Schottland (1:40,0) noch ergänzt werden. Dazwischen liegen die zweifachen Champions aus Australien (1:13,0) sowie Frankreich, der Vizeweltmeister von 2011 (1:30,0).

Mit Japan ist erstmals ein asiatisches Land Gastgeber des großen Rugby-Spektakels, das in 12 Stadien ausgetragen wird. Die Veranstaltung zieht Rugby-Fans aus der ganzen Welt an, denn es werden im Laufe der nächsten sechs Wochen an die 400.000 Besucher aus dem Ausland erwartet.

Doch auch unter den Japanern stößt das Turnier auf reges Interesse, denn im Vorfeld wurden bereits über 96 % der Tickets abgesetzt. Zu große Hoffnungen auf einen Sieg sollten sich die japanischen Anhänger jedoch nicht machen, denn bei den Buchmachern ist das Team mit einer Quote von 1:80 auf den WM-Sieg großer Außenseiter.

Wie hoch die Chancen der Top-Teams eingeschätzt werden, zeigt sich auch an den niedrigen Quoten auf den Einzug der Favoriten ins Viertelfinale der WM: Wer darauf setzt, dass Neuseeland, Südafrika, Wales oder Irland in die Runde der letzten acht Mannschaften gelangen, erhält im Erfolgsfall lediglich seinen Einsatz zurück.

Tattoos in Japan – ein heikles Thema

Tattoo
Viele Spieler haben Tattoos (Bild: Wikipedia/Dj c sar)

Bei dieser WM liegt ein besonderes Augenmerk auf den Tattoos der Spieler. Der Grund: Im Land der aufgehenden Sonne werden Tätowierungen traditionell kritisch gesehen, da sie als Zeichen der Zugehörigkeit zu Verbrecherorganisationen gelten.

Insbesondere im Südseeraum spielen Tätowierungen eine große traditionelle Rolle, weshalb ein Großteil der Spieler tätowiert ist. Um die Gefühle im Gastgeberland nicht zu verletzen, geht das Team aus Samoa nun einen besonderen Weg.

Die Teamleitung hat sich entschieden, die Spieler mit dünnen Zusatztrikots auszustatten, die sich wie eine zweite Haut über die Arme und Beine legen, um so die Tattoos der Spieler zu bedecken. Es ist nicht bekannt, ob die ebenfalls stark tätowierten Spieler der Teams aus Neuseeland oder von den Fiji- und Tonga-Inseln zu ähnlichen Maßnahmen greifen.

Auch die Gastgeber sind bemüht, sich auf die tätowierten Gäste einzustellen. So wird diskutiert, ob das seit vielen Jahren geltende Verbot von Tätowierungen in öffentlichen Bädern für die Zeit der Weltmeisterschaft aufgehoben werden kann, damit auch tätowierte Besucher die weltberühmten Attraktionen genießen können.