Glücksspiel-Konzern Scientific Games will in der Corona-Krise 100 Millionen US-Dollar sparen

Veröffentlicht am: 15. April 2020, 12:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. April 2020, 01:16 Uhr.

Der US-amerikanische Glücksspiel-Konzern Scientific Games hat am Dienstag angekündigt, im zweiten Quartal 2020 insgesamt 100 Millionen US-Dollar einsparen zu wollen. Um durch die Corona-Krise navigieren zu können, will das Unternehmen vor allem Lohn- und Investitionskosten reduzieren.

Spielautomaten in einem Casino
Die Casino-Spielautomaten von Scientific Games bleiben derzeit ohne Kundschaft. (Quelle: Casino.org)

Scientific Games, einer der größten Zulieferer von technischen Geräten und Software für Casinos, antwortet mit den Sparmaßnahmen auf den Wegfall von Aufträgen aus der US- Glücksspielindustrie.

Insgesamt mussten in den USA bislang knapp 1000 Spielcasinos in 43 Staaten vorübergehend schließen, was die Geschäfte vieler Zulieferbetriebe zum Erliegen gebracht hat.

Eine Maßnahme mit Zukunftsbedeutung?

Mit den Einsparungen will Scientific Games die Möglichkeit schaffen, das Unternehmen für die Zeit nach der Corona-Pandemie zu positionieren.

Der geplante Kostenabbau in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, von dem ein Anteil von 50 Millionen US-Dollar auf Lohnkosten und 50 Millionen US-Dollar an Investitionskosten entfällt, sei zukunftsbedeutsam, wie Scientific Games-Boss Barry Cottle im gestrigen Pressestatement sagte:

„Wir senken unsere Kosten weiter, damit wir unser Unternehmen zu einem noch stärkeren Konkurrenten machen können, wenn sich die Branche langsam erholt. Wir sind weiterhin bestrebt, unseren Kunden erstklassige Produkte und Dienstleistungen für Lotterie, iGaming, Sportwetten und landbasierte Casinos anzubieten, während wir gleichzeitig Innovationen für die Zukunft entwickeln. Die Vielfalt unseres Geschäfts, das Kunden in der gesamten Branche und auf der ganzen Welt beliefert, gibt uns in diesen herausfordernden Zeiten eine einzigartige Stärke.“

Zur wirtschaftlichen Stabilisierung in der Krise trage auch das Geschäft der Firma Sciplay bei, an der Scientific Gaming 82 % der Anteile hält. SciPlay besitze 130 Millionen US-Dollar an Bargeldreserven und keine ausstehenden Schulden.

Das Unternehmen stellt Glücksspiel-Apps für Mobilgeräte her und ist daher weniger stark von den landesweiten Casino-Schließungen betroffen.

In den USA leiden Casino-Anbieter und Buchmacher unter der Corona-Krise. Nach der Absage aller bedeutenden US-Profisportligen haben einige US-Staaten bereits Wetten auf E-Sport-Wettbewerbe erlaubt.

Wie sich das Geschäft für Scientific Games im dritten und vierten Quartal entwickeln wird und ob es bei den Einsparungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar bleibt, wird davon abhängen, wann die US-Casinos ihren Betrieb fortsetzen dürfen.