Schwedische Glücksspiel-Aufsicht verhängt Strafen gegen Online Casinos

Veröffentlicht am: 17. Mai 2019, 01:20 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Mai 2019, 01:29 Uhr.

Der schwedische Glücksspielregulator Spelinspektionen hat am Donnerstag Geldstrafen gegen die Online Casino-Betreiber Betway und Mandalorian Technologies Limited bekanntgegeben. Insgesamt verhängte die Behörde Geldbußen in Höhe von 14 Millionen SEK (ca. 1,3 Millionen Euro) gegen die zwei Konzerne.

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Spelinspektionen überwacht das Glücksspiel in Schweden. (Quelle: pxhere)

Laut der Spielaufsicht, die für die Kontrolle und Regulierung von Glückspiel in Schweden verantwortlich ist, offerierten die Unternehmen ihren Kunden wiederholt Bonusangebote.

Nach geltendem schwedischen Recht sei dies illegal. Allenfalls dürften Glücksspielunternehmen ihren Kunden in dem skandinavischen Land einmalig Einzahlungsboni anbieten.

Betway kommt mit einem blauen Auge davon

Der von der Spelinspektionen (Link auf Englisch) vorgelegte Bericht gibt detailliert Auskunft über den Strafgrund und die angeordnete Höhe der Geldstrafen. So soll Betway für seine vermeintlich unlauteren Bonusangebote ein Strafgeld in Höhe von 5 Millionen SEK (ca. 463.000 Euro) an die staatliche Agentur zahlen.

Amtssitz Spelinspektionen
Der Hauptsitz der Spelinspektionen befindet sich in Strängnäs in der Nähe von Stockholm. (Quelle: Wikipedia)

Der Glücksspielanbieter, der in Schweden seit Anfang dieses Jahres die Online Casino-Seite Betway.se betreibt, gehörte zu jenen Unternehmen, die bereits im Februar 2019 bezüglich der Einhaltung der Bonusregeln ermahnt worden waren.

Nach Ansicht der Spelinspektionen bot die Firma ihren Kunden Bonusangebote, die gefährliches Spielverhalten begünstigten.

In einem Rundbrief an alle in Schweden lizenzierten Glücksspielunternehmen kündigte die Behörde daraufhin eine Überwachung der Bonusangebote von Online Casinos an und rechtfertigte dies mit dem Spielerschutz.

Dass Betway in Anbetracht des starken Regulierungsinteresses nun mit einer vergleichsweise geringen Geldstrafe davonkommt, könnte für den Konzern ein Glücksfall sein.

Bereits im Januar 2019 berichteten wir darüber, dass die damals neuformierte Spelinspektionen Lizenzverstöße mit Geldstrafen bis zu einer Höhe von 10 % des Jahresumsatzes oder dem Komplettentzug der Lizenz ahnden kann.

Mandalorian Technologies Limited mit hoher Strafe

Weniger glimpflich ging die Überprüfung für die Manadalorian Technologies Limited aus. Das Technologieunternehmen, welches 2016 von einer Gruppe befreundeter Schweden gegründet wurde, betreibt die Online Casinos No Account Casino und Prank Casino.

Das Geschäftsmodell der Gesellschaft verspricht neben Casinospielen ohne Registrierung auch ein Payback-Angebot in Höhe von 10 % der Spielverluste. Ein verlockendes Angebot für Spieler, das allerdings auch die schwedischen Regulatoren auf den Plan rief.

So reguliert Schweden das Online-Glücksspiel

Privatlizenzen für Online-Glücksspiel wurden in Schweden erstmals im Jahre 2018 vergeben. Sie erlauben seit dem 1. Januar 2019 unter anderem das Betreiben von Online Casinos, Sportwetten und Online Poker. Lizenzbewerber müssen vor dem Erhalt einer Erlaubnis Lizenzgebühren zwischen etwa 38.000 Euro und 74.000 Euro entrichten. Hinzu kommt eine monatlich zu zahlende Glücksspielsteuer in Höhe von 18 %.

In den Augen der Spelinspektionen sind nämlich nicht nur wiederholte Einzahlungsboni rechtswidrig, sondern auch Boni, die eine Rückvergütung für angefallene Spielverluste in Aussicht stellen.

Infolge der Kontrolle des Unternehmens belegte die Spielaufsicht die Mandalorian Technologies Limited mit einer Geldbuße in Höhe von 9 Millionen SEK (ca. 835.000 Euro). Es ist die höchste Geldstrafe, die die Behörde seit ihrem Bestehen aussprach.

Sowohl Mandalorien Technologies Limited als auch Betway haben nun die Möglichkeit, innerhalb von 3 Wochen gegen die Strafbescheide Widerspruch einzulegen.

Spelinspektionen baut regulatorische Reichweite aus

Der derzeitige Verfolgungseifer der schwedischen Regulatoren scheint in die Strategie der noch jungen Behörde zu passen. Erst letzte Woche kündigte die Spelinspektionen eine Zusammenarbeit mit der Glücksspielaufsicht von Gibraltar an.

Im Kern ginge es der Spelinspektionen dabei um den Ausbau ihres Wirkungsbereiches und der Möglichkeit einer effektiveren Kontrolle derjenigen Online Casinos, die sowohl eine Lizenz in Schweden als auch in Gibraltar hielten.

Sollten die beiden Lizenzgeber in Zukunft tatsächlich stärker Hand in Hand arbeiten und das operative Geschäft der Glücksspielunternehmen intensiver überwachen, werden die Online Casino-Betreiber ihre Angebote von nun an noch eindringlicher prüfen müssen, um hohe Strafen zu vermeiden.