Erneuter Skandal um Schalke-Profi Harit: Selbstausschluss vom Glücksspiel

Veröffentlicht am: 4. Januar 2019, 01:32 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Januar 2019, 01:32 Uhr.

Anfang des Jahres brachte sich der marokkanische Fußballer Amine Harit (21), der seit 2017 für den FC Schalke 04 auf dem Platz steht, erneut negativ in die Schlagzeilen. Wie die Bild Zeitung berichtete, sei der Mittelfeldspieler Dauergast in einem deutschen Casino gewesen, bis er sich schließlich selbst habe sperren lassen.

Amine Harit
Skandal um Schalke Star Amine Harit (Bild: Wikipedia)

Beeinträchtigte Fußball-Performance

Als der marokkanische Nationalspieler Amine Harit im Jahr 2017 zum FC Schalke 04 wechselte, setzte der Club große Hoffnungen in das junge Fußballtalent und während der überraschend erfolgreichen Bundesligasaison 2017/18 konnte dieser mehrmals sein Können unter Beweis stellen.

Doch seit Schalkes wohlverdientem zweiten Platz in der vergangenen Saison konnte der junge Marokkaner kaum mehr überzeugen. Wie die „Bild“ berichtete, sei Harit des Öfteren übermüdet zum Training erschienen und habe unkonzentriert gespielt.

Jetzt meldete „Bild“ den vermeintlichen Grund dafür und berichtete, dass Harit Stammgast in der Spielbank in Duisburg gewesen sei und dort einige Nächte komplett durchgezockt habe.

Domenico Tedesco Schalke
Schalke Trainer Domenico Tedesco (Bild: Wikimedia)

Insider-Informationen zufolge sei er „verführt von falschen Freunden“ zu seinem problematischen Spielverhalten gekommen. Auch von Einsamkeit des Spielers war dabei die Rede.

Letztendlich hätten die Schalke-Bosse die nötigen Tipps erhalten, durch die Harits bedenkliche Glücksspiel-Gewohnheit adressiert werden konnte. Mannschaftstrainer Domenico Tedesco (33) und Sportvorstand Christian Heidel (55) hätten den jungen Fußballer daraufhin mit den Vorwürfen konfrontiert.

Zwar hat sich Harit selbst noch nicht öffentlich gegenüber der Presse geäußert, doch scheint er die Vorwürfe nicht von sich zu weisen. Wie die „Bild“ ebenfalls berichtete, habe sich der 21-Jährige sogar per Selbstausschluss offiziell aus deutschen Casinos sperren lassen.

Nicht der erste Skandal

Bereits im Sommer 2018 gab es um Amine Harit großen medialen Wind, denn kurz nach der Weltmeisterschaft reiste der Fußballprofi in sein Heimatland Marokko, wo er in der Stadt Marrakesch in einen schweren Autounfall verwickelt war.

Dabei hatte er einen Fußgänger überfahren, der den Folgen seiner Verletzungen erlag. Viele Details zum Unfallhergang liegen der Presse noch heute nicht vor, jedoch entschied das zuständige Gericht zu jenem Zeitpunkt, dass Harit mit einer Bewährungsstrafe davonkommen sollte.

Für den Verein war der Unfall ebenso wie für den Spieler selbst ein großer Schock. Sportvorstand Heidel äußerte sich in einer Pressekonferenz persönlich zu dem Vorfall und bat die Öffentlichkeit um Rücksichtnahme und Anstand:

Dass eine solche Tragödie natürlich alles überschattet, ist klar. Es ist alles sehr sehr traurig und es fällt auch uns schwer, die richtigen Worte zu finden […]. Das schlimmste ist, es gab bei diesem Verkehrsunfall ein Todesopfer. Das ist das eine, was nicht mehr zu verändern ist […] und zum Zweiten reden wir über einen 21-jährigen jungen Mann, der damit jetzt klarkommen muss […] Ich weiß, es tut Amine und uns als Club am meisten weh, dass so etwas passiert ist.

Nach dem Vorfall war eine Weile lang unklar, ob Harit schon bald wieder beim FC Schalke auf dem Feld stehen würde, doch schließlich war er bei Saisonbeginn wieder dabei. Heidel sagte zu jener Zeit, dass Harit einen „relativ aufgeräumten Eindruck“ mache.

Ein Zusammenhang zwischen dem tragischen Unfall und seiner Flucht ins exzessive Glücksspiel wurde bisher nicht debattiert, doch daran, dass der Fußballer einiges aufzuarbeiten hat, besteht kein Zweifel.

Bleibt Harit bei Schalke?

Bei all dem Verständnis, dass der Verein für den jungen Marokkaner aufbringen konnte, scheint es nun aber doch zu bröckeln und wie die „Bild“ formulierte, gäbe es „nach wie vor große Zweifel an Harits Mentalität“.

Dabei fing alles so vielversprechend an, nachdem der Club den jungen Spieler im Sommer 2017 für acht Millionen Euro dem FC Nantes abkaufte. In Schalkes Erfolgs-Saison 2017/18 stand Harit bei 35 Pflichtspielen auf dem Platz, wobei er mit drei Treffern und sieben Torvorlagen glänzen konnte.

Doch in der aktuellen Saison sieht das Bild schon deutlich anders aus. Bisher war Harit erst bei zwölf Spielen dabei, verschaffte dem Team nur einen Treffer und gab drei Vorlagen.

Mit nur 18 Punkten und 20 erzielten Toren steht Schalke derzeit nur auf Platz 13 der Bundesligatabelle. Von den 17 bisher gespielten Partien musste der Club ganze 9 Niederlagen einstecken, spielte dreimal unentschieden und holte sich viermal den Sieg. Ab dem 20. Januar muss das Team dann wieder innerhalb der Bundesliga antreten, wobei die ersten Gegner Wolfsburg, Hertha und Mönchengladbach heißen. Eine noch größere Herausforderung steht dem Verein am 20. Februar und 12. März bevor, wenn die Achtelfinalspiele der Champions League gegen Manchester City stattfinden.

Offiziell geht Harits Vertrag mit dem FC Schalke 04 noch bis 2021, doch bereits jetzt ist hier und da die Rede von einem frühzeitigen Wechsel. Nach Aussage des Clubs sei man zu Gesprächen bereit, sollten andere Vereine ihr Interesse an Harit bekunden.

Insgesamt schielt der Club derzeit interessiert auf den internationalen Transfermarkt und angesichts der deutlich weniger erfolgreichen aktuellen Bundesligasaison könnten einige Wechsel und Käufe dem Club möglicherweise guttun.

Ohne Harit nach Spanien

Harit hat derzeit des Weiteren auch an gesundheitlicher Front zu kämpfen, denn der junge Spieler zog sich am 19. Dezember im Spiel gegen Bayer Leverkusen einen Muskelfaserriss zu, welcher noch nicht verheilt ist.

Erst heute meldete der Verein, dass Harit aus diesem Grunde nicht mit ins Trainingslager nach Spanien fahren werde. Die endgültige Bestätigung seitens des Ärzteteams steht jedoch noch aus.

Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Marokkaner erst nach Rückkehr der Mannschaft am 12. Januar wieder ins Training einsteigen wird. Inwieweit diese kleine Zwangspause die Zukunft des Mittelfeldspielers beim FC Schalke beeinflussen wird, ist ungewiss. Bei der großen Anzahl an Problemen und Hürden scheint eine Drehung um 180 Grad jedoch bitternötig, um langfristig mit Erfolg im Fußball zu bleiben.