Crown-Resorts: James Packer als Casino-Partner „ungeeignet“

Veröffentlicht am: 5. November 2020, 01:31 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. November 2020, 01:31 Uhr.

Australische Ermittler fordern ein Ende der Kooperation zwischen James Packer und dessen ehemaligen Casino-Unternehmen Crown-Resorts. Bei einer Anhörung am Mittwoch sagte Untersuchungsanwalt Adam Bell, dass Packer „ungeeignet sei“, weiterhin mit dem Konzern zusammenzuarbeiten.

Crown Towers in Melbourne
Die Crown Towers in Melbourne zählen zu den Luxus-Immobilien der Crown Resorts. (Quelle: Crown Towers in Melbourne by YiauHwei, licensed under CC BY-NC-ND 2.0)

Crown Resorts kämpft derzeit um seine Lizenz für ein 2,2 Milliarden AUD (ca. 1,3 Milliarden Euro) teures Casino in Sydney. Skandale um Geldwäsche und Verbindungen zum organisierten Verbrechen hatten zu einer Untersuchung gegen das Unternehmen geführt. Ex-CEO James Packer soll von den Verstrickungen gewusst haben.

Ist Packer noch immer der Strippenzieher bei Crown Resorts?

Vor dem Untersuchungsausschuss der Independent Liquor and Gaming Authority hat Untersuchungsermittler Adam Bell bereits gestern schwere Vorwürfe gegen Crown Resorts und James Packer erhoben. Zum einen sei Crown-Resorts wegen seiner Verfehlungen „ungeeignet“, eine weitere Casino-Lizenz zu führen. Zum anderen habe James Packer trotz der Skandale und einem öffentlichen Rücktritt aus dem Crown-Vorstand, auch nach 2018 die Strippen beim Glücksspielkonzern ziehen können.

Erst im Oktober war Packer im Zusammenhang mit Droh-Emails an potenzielle Crown-Investoren in die Schlagzeilen geraten. Diese hatte der Milliardär mit einer bipolaren Erkrankung gerechtfertigt.

Über eine vertrauliche Abmachung habe Packer, dessen private Consolidated Press Holding (CPH) noch immer 37 % an Crown Resorts hält, auch nach 2018 als „de facto Direktor“ fungiert und sensible Unternehmensinformationen erhalten.

Bell habe deshalb heute eine Machtbegrenzung für Packer gefordert, berichtet die Australian Financial Review (Link auf Englisch). Laut der Wirtschaftszeitung schlage Bell vor, die Obergrenze der Unternehmensanteile der CPH auf 10 % zu reduzieren.

Diese Vorschläge, die eindeutig einer weiteren Verfeinerung und Ausarbeitung bedürfen, werden zur Prüfung der Probleme und Unstimmigkeiten vorgelegt, die sich aus den Nachweisen der Untersuchung ergeben haben. Hierbei haben die direkte und indirekte Kontrolle von CPH, den nominierten CPH-Direktoren und Herrn Packer zu Fehlern und Mängeln bei Crown Resorts und seiner Corporate Governance beigetragen.

Sollten die Behörden Bells Vorschlag annehmen und als Lizenzbedingung für das neue Crown Casino festschreiben, müsste Packer 27 % der Anteile an Crown-Resorts über die CPH veräußern.

Zudem fordert Bell, die Zahl der CPH-Sitze im Crown-Vorstand von zwei auf einen zu reduzieren. Weitere vertrauliche Abmachungen zwischen Crown und der CPH sollten zudem ausgeschlossen werden.