Indien: Polizei bekämpft illegales Glücksspiel am Fluss Krishna

Veröffentlicht am: 20. März 2020, 01:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. März 2020, 01:13 Uhr.

Die Bezirkspolizei des indischen Suryapet Districts geht aktuell gezielt gegen illegale Glückspielaktivitäten in den Städten und Dörfern entlang des Krishna vor. Vor allem illegale Hahnenkämpfe und Ochsenrennen seien in der Region üblich, andere Formen des Glücksspiels wie Kartenspiele oder Wetten hätten sich jedoch auch etabliert.

Hahnenkampf und Zuschauer
Illegale Hahnenkämpfe sind in der Region keine Seltenheit (Bild: Pixabay/ToanNguyen)

Im Rahmen verschiedener Razzien seien im März bisher 24 Personen verhaftet und zahlreiche Güter mit einem Gesamtwert von 2,7 Mio. Rupien (knapp 33.550 Euro) beschlagnahmt worden.

Im letzten Jahr habe sich die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel verhafteten Personen auf 160 belaufen. Jede dieser Personen habe eine Geldstrafe von 250.000 Rupien erhalten (umgerechnet zirka 3.110 Euro).

Neben dem illegalen Glücksspiel sei die Region generell von verschiedenen kriminellen Aktivitäten geprägt. Dazu zählten der Drogenhandel sowie der Transport illegal eingeführter Güter.

Glücksspiele als Gefahr für künftige Generationen?

Das Glücksspiel erachte die Polizei jedoch als besonders große Gefahr, denn dieses werde von unzähligen Familien, selbst in den kleinsten Dörfern, gern angenommen. Kinder würden dabei von ihren Eltern lernen und selbst in Glücksspiel-Gewohnheiten verfallen.

Der für die Razzien zuständige Polizeichef erklärte gegenüber der indischen Zeitung The Hans India:

Die Teilnahme an illegalen Aktivitäten ist ein Verbrechen und wird per Gesetz bestraft. Familien werden durch illegale Aktivitäten ruiniert und die Kinder, die in der Regel in die Fußstapfen der Eltern treten, ruinieren später auch ihre Leben.

Zum Problem illegaler Glücksspiele beitragen dürfte jedoch auch Indiens grundsätzlich komplizierte Gesetzeslage rund um das Glücksspiel. Demnach gilt nach wie vor der Public Gaming Act von 1867 [Seite auf Englisch].

Der Public Gaming Act von 1867 wurde von den britischen Kolonialherren eingeführt und galt zunächst nur in jenen Regionen, die unter britischer Kontrolle waren. Nach dem Ende der Kolonialzeit wurde der Act auf das gesamte Land ausgeweitet. Der Act verbietet fast alle Formen des Glücksspiels. Einschränkungen werden lediglich bei Pferderennen und im Bereich Lotterien gemacht.

Das Glücksspielgesetz gilt jedoch heute als veraltet, da es seit seiner Erstfassung nicht grundlegend überarbeitet worden ist. Aus diesem Grund ist zum Beispiel auch das Online-Glücksspiel dem Gesetz nach nicht direkt verboten, obwohl es von indischer Seite nicht reguliert wird.

Dass dieses der indischen Regierung jedoch ein Dorn im Auge zu sein scheint, zeigt der verstärkte Kampf gegen ausländische Glücksspiel-Webseiten mithilfe digitaler Blockierungen.

Ob und wann die Regierung jedoch mehr Klarheit über die Legalität des Glücksspiel-Sektors schaffen könnte, bleibt abzuwarten.