Aktuelle Studie zeigt: Glücksspiel-Werbung ist Alltag für Kinder in Großbritannien

Veröffentlicht am: 27. März 2020, 11:14 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. März 2020, 11:25 Uhr.

Die britische gemeinnützige Organisation GambleAware hat heute einen Bericht über die Auswirkung der Glücksspielwerbung auf Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass Glücksspiel-Werbung im Alltag von nahezu allen Kindern in Großbritannien präsent sei.

Kind, Mädchen, Social Media, soziale Medien
Kinder und Jugendliche in Großbritannien nehmen Glücksspiel-Werbung zunehmend über soziale Medien wahr. (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Die von Forschern von GambleAware (Seite auf Englisch) in Auftrag gegebene und von Ipsos Mori sowie der University of Stirling durchgeführte Studie stellt fest, dass im vergangenen Monat 96 Prozent der 11- bis 24-Jährigen Glücksspiel-Werbung gesehen hatten.

Glücksspielwerbung vorrangig im TV präsent

In 85 Prozent der Fälle hätten die untersuchten Personen die Glücksspielwerbung im Fernsehen gesehen. Dabei wurde die Werbung für die Nationale Lotterie in die Untersuchung mit einbezogen.

In Großbritannien herrscht seit vergangenem Jahr ein partielles Glücksspiel-Werbeverbot. Vor, während oder nach im TV übertragenen Sportevents darf keine Glücksspielwerbung ausgestrahlt werden. Außerdem hatten sich einige private Glücksspiel-Anbieter bereiterklärt, die Glücksspielwerbung freiwillig zu beschränken, um möglicherweise schärferen Verboten vorzubeugen.

70 Prozent der Kinder und Jugendlichen hätten die Werbeanzeigen in den Schaufenstern von Wettbüros oder andernorts auf Werbetafeln wahrgenommen. Hierbei seien allerdings vor allem die 18- bis 24-Jährigen der Glücksspielwerbung ausgesetzt gewesen.

Zwei Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen seien der Glücksspiel-Werbung in sozialen Medien ausgesetzt gewesen, beispielsweise auf ihrem Facebook-Feed oder beim Schauen von YouTube-Videos.

Änderung der Einstellung zum Glücksspiel

Die starke Präsenz der Glücksspielwerbung sei nach Ansicht der Forscher besonders deshalb als kritisch zu erachten, weil sie die Wahrnehmung des vom Glücksspiel ausgehenden Risikos verändere. So könne sich im Laufe der Zeit die Einstellung zum Glücksspiel ändern und sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Betroffenen in Zukunft am Glücksspiel teilnähmen.

Marc Etches, CEO von GambleAware, mahnte:

“Wir müssen immer daran denken, dass Glücksspiel eine Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit ist und dass es schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Menschen haben kann. Dieser Bericht ist eine angemessene Erinnerung daran, dass wir sicherstellen, dass sich die nächste Generation der Risiken des Glücksspiels ebenso wie der Hilfe und Unterstützung bewusst ist, die über den National Gambling Treatment Service verfügbar ist.“

Angesichts des aktuellen Berichts ist es möglich, dass die Forderungen nach einem generellen und umfassenden Glücksspielwerbeverbot in Großbritannien erneut zunehmen werden.