Glücksspiel in Italien nach Corona-Lockdown vor unsicherer Zukunft

Veröffentlicht am: 11. März 2020, 12:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. März 2020, 04:14 Uhr.

In Italien bereiten sich die Glücksspiel-Anbieter auf schwere Zeiten vor. Grund dafür ist der am Montag von der italienischen Regierung verhängte Lockdown, durch den unter anderem der Besuch von Spielhallen und Casinos untersagt wird.

Venedig
Der Lockdown führt in Italien zu menschenleeren Straßen (Bild: Flickr/Jeff Kramer)

Neben Bar- oder Diskothekenbesitzern müssen sich nun auch die Betreiber von physischen Spielhallen, Bingoräumen, Spielarkaden oder Sportwetten-Shops bis mindestens Anfang April auf einen nahezu kompletten Umsatzausfall einrichten.

Der Glücksspiel-Anbieter Playtech reagierte umgehend und verfügte die Schließung seiner unter der Marke Snaitech geführten Wettshops. Mit über 1.500 Standorten ist das Unternehmen der größte Betreiber von Wettbüros in Italien.

Dass die Krise nicht nur Verlierer haben muss, zeigt das Online-Glücksspiel, das aufgrund der Shopschließungen beim Umsatz zulegen könnte. Diese Hoffnung verkündete auch Playtech. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Einnahmen aus dem Onlinegeschäft die durch die Snaitech-Schließungen verursachten Verluste zumindest teilweise kompensieren könnten und es auf diese Weise

“die Auswirkungen teilweise mildern kann.“

Vereinzelte Ausnahmen

Für spielfreudige Italiener gibt es damit nur noch wenige Ausnahmen, an einem Automaten spielen zu können. So ist es für sie immerhin noch möglich, an mit Sachpreisen bestückten Automaten zu zocken, die in Kiosken, Restaurants oder Hotels aufgestellt sind.

Allerdings sind auch diese Möglichkeiten begrenzt, da die Regierung die Öffnungszeiten vielfach stark eingeschränkt hat. Zudem ist nicht klar, inwieweit die Geräte weiter zugänglich bleiben, wenn sie in eigenen Räumen aufgestellt sind.

So könne es italienischen Medienberichten zufolge sein, dass die zuständigen Behörden auch derartige Etablissements sowie private Einrichtungen, in denen gespielt würde, künftig schließen werden.

Sperrzone Italien

Ministerpräsident Guiseppe Conte hatte am Montag in einer Ansprache das gesamte Land zur Sperrzone erklärt. So wird unter dem Slogan “Ich bleibe zu Hause” die Reisefreiheit der Bürger stark eingeschränkt.

In Italien sind derzeit weit über 9.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bis Dienstagmittag waren 463 Personen an der Krankheit gestorben. Da die Erkrankung mittlerweile in ganz Italien auftritt, will die Regierung mit ihren Maßnahmen eine weitere Ausbreitung des Virus im Land stoppen.

Darüber hinaus wurden Schulen und Universitäten geschlossen und sämtliche Sportveranstaltungen oder Konzerte abgesagt. Neben Casinos und Spielhallen sind auch Kinos, Bars, Theater, Diskotheken und Fitnessstudios von der Schließung betroffen.