Glücksspiel­staatsvertrag: Experten für besseren Schutz vor Geldwäsche

Veröffentlicht am: 1. Juli 2021, 01:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Juli 2021, 01:53 Uhr.

Zum heutigen Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages 2021 hat die Beratungsfirma Kerberos Compliance einen besseren Schutz vor Geldwäsche befürwortet. Die Geldwäschebekämpfung im Glücksspielsektor müsse „digitaler und datengestützter werden“, erklärte das Unternehmen, welches Kunden aus der Glücksspiel- und E-Sportsbranche berät.

Euroschein auf Trockenleine
Durch die Regelungen im Glücksspielstaatsvertrag soll auch der Geldwäsche vorgebeugt werden. (Quelle: Pexels)

Am Mittwoch kommentierte Kerberos-Geschäftsführer Christian Tsambikakis, dass auf dem Online-Glücksspielmarkt nun endlich Rechtssicherheit geschaffen werde. Damit ließen sich legale Angebote von illegalen Angeboten klar trennen.

Geldwäsche und Online-Glücksspiele sind in den vergangenen Monaten vor allem im Zusammenhang mit der Wirecard-Pleite  in den Medien diskutiert worden. Unter anderem hatte Der Spiegel darüber berichtet, dass Wirecard über Jahre die Zahlungen an illegale Online-Glücksspielanbieter abgewickelt habe.

Die Vollzugsmöglichkeiten für Kontrollbehörden würden dadurch deutlich verbessert und der Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter könne effektiver geführt werden. Dies sei laut dem Geschäftsführer „dringend notwendig“, da die Geldwäscheprävention gerade bei illegalen Glücksspielanbietern mit Sitz in „Steuerparadiesen“ kaum existent sei.

Mehr Technik gegen Geldwäsche beim Online-Glücksspiel

Im Zusammenhang mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag und dessen Auswirkungen auf die Prävention von Geldwäsche im Glücksspielsektor lobte Tsambikakis die neuen digitalen Werkzeuge, die zur Bekämpfung verbotener Glücksspielangebote und Geldwäsche erdacht wurden.

Unter anderem gilt für deutsche Kunden von Online-Glücksspielanbietern ab heute ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die Pflicht zur Identifizierung und Verifizierung von Nutzerkonten. Der Gesetzgeber könnte durch die Maßnahmen neben dem Spielerschutz auch die Geldwäscheprävention stärken.

Tsambikakis sagte zu den Techniken, die mit der Neuregulierung im Kampf gegen die Geldwäsche ins Feld geführt werden:

Für die Glücksspielbranche wie für viele andere Branchen gilt: Der Kampf gegen Kriminelle und Geldwäscher kann letztlich nur datengestützt und auf Basis digitaler, automatisierter Lösungen gewonnen werden. Mit der vernetzten Limitdatei, der Spielersperrdatei und den vorgeschriebenen “Safe Servern”, die jeder Anbieter zur Speicherung der Spielerdaten betreiben muss, versucht der Gesetzgeber nun diese Maxime auch umzusetzen.

Ob diese im Sinne aller Beteiligten funktioniere, müsse sich laut Tsambikakis aber noch im Praxistest zeigen.

Überhaupt ist gegenwärtig davon auszugehen, dass ein Fazit zur Effektivität der Überwachung des Online-Glücksspiels in Deutschland wohl noch auf sich warten lassen könnte.

Die gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) befindet sich derzeit noch im Aufbau. Einen Großteil ihrer Kontrollfunktionen soll die Behörde erst ab Januar 2023 übernehmen.