Gefragt – Gejagt: „Jäger“ des britischen Quiz-Formats gesteht Spielsucht-Vergangenheit

Veröffentlicht am: 23. Juni 2021, 01:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. Juni 2021, 01:13 Uhr.

Einer der „Jäger“ der britischen Version der Quizshow „Gefragt – gejagt“ [Originaltitel: The Chase] hat gegenüber der Presse ein überraschendes Geständnis abgelegt. Wie britische Medien gestern berichteten [Seite auf Englisch], habe Superhirn und Comedian Paul Sinha (51), aka „The Sinnerman“ [der Sünden-Mann“], über 15 Jahre unter Spielsucht gelitten.

Paul Sinha The Chase
Der Quiz-Star des britischen “Gefragt – gejagt” gesteht Spielsucht-Vergangenheit (Bild: YouTube)

Seine Sucht habe im Jahr 1995 begonnen, nachdem er erstmals ein Wettbüro betreten habe. Zu jenem Zeitpunkt habe er den Eindruck gehabt, „selbstverständlich“ voraussagen zu können, welcher Windhund bei einem Rennen siegen würde. Aus den ersten Wetten sei dann jedoch eine Sucht geworden.

Diese habe ihn bis zum Jahr 2010 begleitet und sei dann „einfach so verschwunden“. Laut Sinha sei er ohne professionelle Beratung und Hilfe in der Lage gewesen, seine Spielsucht zu überwinden. Nichtsdestoweniger wünsche er sich heute, dass er nie ein Wettbüro betreten habe. Auf die Frage, was er in seinem Leben hätte anders machen wollen, sagte er in einem Podcast:

Wenn ich zurückdenke, was ich in meinem Leben alles gemacht habe, gibt es nur eine Sache, von der ich heute sagen würde „das hätte ich nicht machen sollen“, und das ist, dass ich eine lange Zeit als Spielsüchtiger gelebt habe.

Das Leben mit der Spielsucht sei ein derart großer Fehler gewesen, dass ihm bei einem Rückblick auf das eigene Leben nichts anderes in den Sinn komme, was er hätte anders oder besser machen können. Wie viel Geld Sinha durch seine Sportwetten-Sucht verloren haben könnte, ließ der Quiz-Profi offen.

Nicht die einzige Bürde des Stars

Die Spielsucht ist jedoch nicht die einzige Bürde, die Sinha trägt. Erst Anfang des Jahres offenbarte der Comedian den Medien eine weitere Diagnose: Im Juli 2019 sei bei ihm Parkinson diagnostiziert worden. Von seiner Krankheit wolle er sich jedoch keineswegs unterkriegen lassen.

Seine Karriere als Profi-Quizzer sehe er ebenfalls nicht gefährdet. Bislang leide er nur gelegentlich unter Schüben akuter Müdigkeit. Diese seien eine Nebenwirkung der Parkinson-Medikamente, die er nun einnehme.

Parkinson-Medikamente haben in der Welt des Glücksspiels schon mehrmals für Schlagzeilen gesorgt. Einige Medikamente, darunter der Dopaminantagonist „Sifrol“ sowie „Cabaseril“ des Pharmakonzerns Pfizer, stehen im Verdacht, Suchterkrankungen zu erzeugen. In mehreren Fällen sei bei Parkinson-Patienten eine Spielsucht nach Einnahme der Medikamente diagnostiziert worden. Erst im Mai dieses Jahres wurde Pfizer in den USA aufgrund dieser Nebenwirkung zur Zahlung von 600.000 USD Schadensersatz verurteilt.

Sinha habe seine Diagnose aber keineswegs als ein Ende, sondern vielmehr als einen Neubeginn angesehen. Anders als Spielsucht gilt Parkinson jedoch nicht als heilbar. Der Quiz-Star hoffe dennoch, der beliebten TV-Show noch viele Jahre erhalten zu bleiben.