ASA verwarnt 32Red wegen Werbung für „Jack and The Beanstalk“

Veröffentlicht am: 26. September 2019, 01:27 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Oktober 2019, 03:46 Uhr.

Die Advertising Standards Authority (ASA), die britische Selbstregulierungs-Organisation der Werbebranche, hat am Mittwoch das 32Red Online Casino der Kindred Group verwarnt. In den Google Suchergebnissen mit dem Suchbegriff „Jack and The Beanstalk“ (Anm. d. Red.: Hans und die Bohnenranke) sollen zwei Anzeigen erschienen sein, die ein für Kinder möglicherweise schädliches Glücksspielprodukt zeigten. Eine Privatperson soll dies der ASA gemeldet haben.

Automatenspiel, Symbole, Schloss, Wolken
32Red wurde wegen Werbung für den Jack and The Beanstalk Slot verwarnt. (Bild: casino.org)

In der ersten Anzeige sollen für „Jack and The Beanstalk“ bei 32Red ein Bonus von 150 % bis zu 150 Pfund Sterling Ersteinzahlungsbonus sowie tägliche My Red Rewards angeboten worden sein. Die zweite Anzeige habe laut ASA einen 150 % Bonus für die erste Einzahlung geboten und den Leser dazu aufgefordert, dem Casino beizutreten.

Die Organisation bemängelte [Seite auf Englisch], dass die Anzeigen für Kinder besonders attraktiv sein können, da diese sich aufgrund ihres Bezugs auf das bekannte Märchen auch an Personen unter 18 Jahren richten könnten. Daher sei es sehr wahrscheinlich, dass dieser Suchbegriff auch von Kindern eingegeben werde.

Das Märchen von Hans und der Bohnenranke

Jack and The Beanstalk ist ein Märchen aus England. Die erste schriftlich verfasste Version stammt aus dem Jahre 1807 von Benjamin Tabart. Erzählt wird die Geschichte eines armen Jungen, dessen Mutter ihn zum Markt schickte, um die letzte Kuh zu verkaufen. Der Junge tauschte diese aber gegen magische Bohnen ein.

Über Nacht wuchs eine riesige Bohnenranke, die bis zum Himmel reichte. Hans kletterte empor und gelangte in das Land der Riesen. Hans erlebte mehrere Abenteuer, besiegte den Riesen und kehrte mit Goldmünzen, einem Huhn, das goldene Eier legt, und einer goldenen Harfe zurück.

Das Märchen wurde mehrere Male verfilmt. Außerdem gibt es mehrere PC-Spiele sowie den Spielautomaten „Jack and The Beanstalk“ des Softwareentwicklers NetEnt.

32Red entfernt Werbung für den Jack and The Beanstalk Spielautomaten

Nachdem 32Red von der ASA über die Werbung informiert worden war, entfernte das Unternehmen die Anzeige. Die ASA sagte, dass es sich bei „Jack and The Beanstalk“ um ein beliebtes Kindermärchen handele, räumte aber auch ein, dass die Werbeanzeige für den Slot nur Schrift und keine Bilder enthalten habe.

Ein Sprecher von Red32 sagte:

„Wir haben es sofort korrigiert, als wir darauf hingewiesen wurden. Wir bedauern, dass dies geschehen ist, und haben Schritte eingeleitet um sicherzustellen, dass dies nicht noch einmal passiert.“

32Red führte aus, dass besagtes Spiel als Glücksspiel mit hohem Risiko klassifiziert worden sei, das eine Altersverifizierung erfordere, bevor Besucher die Webseite sehen könnten.

Der Anbieter sagte weiterhin, dass das Spiel versehentlich in die Liste auf der Webseite aufgenommen worden sei. Man habe auch überprüft, ob weitere als risikoreich eingestufte Spiele werbefinanziert seien.

32Red wurde verwarnt

Obwohl die ASA das rasche Vorgehen von 32Red bei der Entfernung der Anzeigen lobend erwähnte, betonte die Organisation, dass das Unternehmen gegen eine Reihe von CAP-Code-Regeln verstoßen habe und daher verwarnt werde.

Was ist der CAP-Code?

Der CAP-Code ist das Regelwerk für Werbung in Großbritannien. Es wird vom Committee of Advertising Practice (CAP), dem Ausschuss für Werbepraxis, verfasst und von der ASA verwaltet. Die 12. Ausgabe des Kodex trat im September 2010 in Kraft.

Mit dieser Version sollte der Aufgabenbereich der ASA auf die Online Marketing Kommunikation ausgedehnt werden und umfasst Bannerwerbung, Popup-Fenster, Pay-per-Click-Kampagnen, soziale Medien und Online-Videos.

Webseiten-Betreiber müssen sicherstellen, dass ihre Seiten und ihre Online Marketing Strategien dem CAP-Code entsprechen.

So habe 32Red gegen die Regel 16.1 verstoßen, wonach Werbung für Glücksspiele sozial verantwortlich sein und Minderjährige und schutzbedürftige Personen vor Schaden bewahren müsse.

Junge, Zeichnung, Bohnenranke, Wanderer
Jack and The Beanstalk ist ein beliebtes Märchen aus Großbritannien. (Bild: flickr.com)

Weiterhin habe der Glücksspiel-Anbieter gegen die Regeln 16.3 und 16.3.12 verstoßen.

Diese besagen, dass Glücksspielanzeigen Minderjährige nicht ansprechen dürften.

Seit 2018 fokussiert sich die ASA auf die Regulierung der Werbung der Glücksspielbranche.

In mehreren Fällen zeigte es sich, dass Anzeigen für Kinder ansprechend sein könnten.

Beispielsweise erschienen der Video-Slot ‘Lucky Wizard’ in einer William Hill Anzeige in einer Mario Kart App und der Spielautomat ´Red Riding Hood´ auf einer Webseite mit dem Märchen von Hänsel und Gretel.

Der Spielerschutz wird in Großbritannien großgeschrieben und Anbieter müssen ihre Werbekampagnen stärker als je zuvor überdenken.