Frankreich: Mehr Einnahmen beim staatlichen Glücksspiel

Veröffentlicht am: 17. Oktober 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Oktober 2020, 02:39 Uhr.

Der staatliche französische Glücksspielbetreiber Française des Jeux (FDJ) hat am Mittwoch seine Betriebseinnahmen für das 3. Quartal 2020 veröffentlicht. Laut dem Unternehmen seien die Spieleinsätze zwischen Anfang Juli und Ende September 2020 um 6 % auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen.

Eiffelturm in Frankreich
In Frankreich geht es mit dem Glücksspiel bergauf. (Quelle: Pixabay)

Welche Faktoren haben zum Wachstum beigetragen?

Wie es im FDJ-Bericht heißt, habe der Konzern vor allem vom Wachstum auf dem Sportwettenmarkt profitiert. Aufgrund der Corona-Pandemie seien im 2. Quartal 2020 viele Sportveranstaltungen ausgefallen, die im 3. Quartal nachgeholt worden seien.

Durch das Comeback seien die Einsätze bei Sportwetten um 27 % auf knapp 1 Milliarde Euro gestiegen.

Der französische Glücksspielmarkt ist noch immer streng reglementiert. Derzeit dürfen 14 private Sportwettenanbieter in Frankreich operieren. Auch landbasiert Casinos dürfen mit staatlicher Erlaubnis von privaten Unternehmen betrieben werden. Online-Casinos sind jedoch noch immer verboten.

Wachsende Popularität hätten auch die Lotterie-Produkte der FDJ genossen. Die Spieleinsätze seien um 1 % auf 3,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Bruttospielerträge für alle Spielvarianten seien mit 1,3 Milliarden Euro insgesamt stabil geblieben.

Zukunftsfragen bleiben offen

Im Rahmen einer Pressemitteilung hat FDJ-Chefin Stéphane Pallez ihren Optimismus für das weitere Geschäftsjahr ausgedrückt:

Das dritte Quartal hat die gute Dynamik seit Mitte Juni und eine Erholung unseres Geschäfts auf ein mit 2019 vergleichbarem Niveau bestätigt. Der Konzern zeigt damit seine Widerstandsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit. Über das gesamte Jahr sollten die Auswirkungen der Krise auf unsere Einnahmen ohne neue Maßnahmen allgemeiner Einschränkungen, die mit der Gesundheitssituation verbunden sind, eingedämmt sein (…).

Offene Fragen blieben dennoch. Laut Bericht könne eine erneute Schließung von Wettannahmestellen und die mögliche Absage von Sportveranstaltungen negativen Einfluss auf das 4. Quartal 2020 nehmen. Sicheren Profit erhofft man sich hingegen vom Relaunch von Spielen wie Keno und einem vollen Lotterie-Kalender.

Wie das Geschäft der FDJ im letzten Jahresquartal gelaufen ist, sollen Investoren und Bürger im Frühjahr erfahren. Am 12. Februar 2021 wolle der Glücksspielbetreiber seinen Abschlussbericht für das Jahr 2020 vorlegen.