Britische Glücksspielfirma Genting UK entlässt mehr als 1.600 Casino-Angestellte

Veröffentlicht am: 17. Juli 2020, 11:26 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Juli 2020, 11:27 Uhr.

Am Donnerstag hat es erneut schlechte Nachrichten für die vielen tausend Angestellten der britischen Genting Casinos gegeben. So hat Genting UK angekündigt, aufgrund der anhaltenden Casino-Schließungen insgesamt 1.642 Stellen streichen zu müssen.

Genting Casino Gebäude
Mehr als 1.600 Angestellte der Genting Casinos sollen ihre Jobs verlieren. (Bild: Geograph/JThomas/CC BY-SA 2.0)

Bereits im Juni hatte Genting UK erklärt, drei seiner 42 britischen Casino-Standorte permanent schließen zu müssen. Betroffen sind die Casinos in Bristol, Torquay und Margate. Auch für die verbleibenden Standorte waren Kürzungen erwähnt, aber nicht präzisiert worden.

Wie die englische Tageszeitung The Guardian berichtet hat [Seite auf Englisch], sei die jüngste Meldung jedoch ein Schock für die Angestellten. Die Arbeitergewerkschaft GMB Union habe sich empört zu den Stellenstreichungen geäußert. Deren Leiter Mick Rix sagte:

Diese Ankündigung des Unternehmens ist nichts weniger als empörend. Es ist ein Schlag ins Gesicht für die loyalen Langzeitangestellten und für die britische Bevölkerung, die Genting mit Millionen ihrer Steuergelder durch den Lockdown geholfen hat. Und jetzt entlassen sie ihre Leute, anstatt sich am Rettungsschirm der Regierung ab Ende August zu beteiligen.

Laut Genting seien die Schließungen und Stellenkürzungen zu diesem Zeitpunkt jedoch unvermeidbar. Die Corona-bedingten Schließungen hätten dem Unternehmen massive wirtschaftliche Verluste eingebracht.

Auch sei noch immer nicht absehbar, wann die britische Regierung den Casinos grünes Licht für deren Wiedereröffnung gebe. Obwohl die Branche seit langem bereit sei, auf sichere Weise und unter strengsten Hygienevorschriften wieder Gäste zu empfangen, sei noch immer keine positive Reaktion aus dem Unterhaus erfolgt.

Gibt es noch Hoffnung für die Zukunft?

Genting bezeichnet seine Entscheidung, eine derart große Zahl Mitarbeiter entlassen zu müssen, als „herzzerbrechend“. Das Unternehmen bedaure diesen Schritt zutiefst, sehe jedoch derzeit keinen anderen Ausweg.

Auch den Vorschlag der GMB Union, die Mitarbeiter mithilfe des neuen Rettungsschirmes ab Ende August weiterhin zu halten, halte Genting für nicht realistisch. Das Unternehmen erklärt:

Der Rettungsschirm dient dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Als uns jedoch bewusst wurde, dass wir eine große Zahl Arbeitsplätze sehr wahrscheinlich nicht erhalten können, war es nur fair, den Prozess zur Beratung über Entlassungen zu beginnen, statt weiterhin Gelder aus dem Rettungspaket der Regierung anzunehmen.

Das Unternehmen wolle dennoch alles daransetzen, die von den Stellenstreichungen betroffenen Angestellten zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Casinos zurückzuholen. Zunächst jedoch müsse sich die Branche von den massiven Schäden und Verlusten durch die Corona-Krise erholen.