Kriminalität und Prostitution: China warnt vor Glücksspiel-Jobs in Myanmar

Veröffentlicht am: 5. Oktober 2020, 02:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Oktober 2020, 02:28 Uhr.

Die chinesische Regierung hat an diesem Wochenende die Bevölkerung davor gewarnt, für Glücksspielanbieter in Myanmar zu arbeiten. Wie die South China Morning Post (SCMP) am Sonntag berichtet hat, sollen BürgerInnen, die vermeintlich seriöse Jobangebote angenommen hätten, zu illegalen Aktivitäten gezwungen worden sein.

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Chinesische Regierung warnt BürgerInnen vor Jobangeboten in Myanmar. (Bild: pxhere.com)

Laut dem Nachrichtenportal [Seite auf Englisch] soll es mehrere Berichte über Menschen gegeben haben, die nach der Annahme eines Jobangebots in der nördlichen Region von Myanmar zu illegalen Aktivitäten wie Kommunikationsbetrug, illegales Glücksspiel und Prostitution genötigt worden seien.

Diejenigen, die den Forderungen der vermeintlichen Arbeitgeber nicht nachgekommen seien, hätten mit schwerwiegenden Folgen zu rechnen. So hießt es in einer Erklärung des chinesischen Außenministeriums:

[Chinas] Organe der öffentlichen Sicherheit haben Berichte über kriminelle Fälle erhalten, wobei viele chinesischen Bürger getäuscht wurden. Sie sollten in die nördliche Region von Myanmar gehen. Dort wurden sie dann entführt, illegal festgehalten, erpresst und zur Prostitution gezwungen.

Die konsularische Abteilung des Außenministeriums und das Kriminalpolizeibüro des Ministeriums für öffentliche Sicherheit fordere die chinesischen BürgerInnen zur Wachsamkeit auf. Sie gaben die Empfehlung ab, nur Arbeitsangebote von legalen Arbeitsagenturen anzunehmen.

Myanmar: Brutstätte für illegales Glücksspiel und Online-Betrug

Nord-Myanmar, insbesondere Städte wie Laukkai, die Hauptstadt von Kokang im Bundesstaat Shan, sei zu einer Brutstätte für illegale Casinos, Online-Betrugsfälle und Prostitution geworden, berichtet die SCMP. Die kriminellen Organisationen richteten ihre Jobangebote vor allem an chinesische BürgerInnen.

In Kokang leben zahlreiche Chinesen, die die myanmarische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Dort wird vorwiegend Mandarin gesprochen. Auch sind chinesische Mobilfunkdienste verfügbar. Sogar die chinesische Währung Yuan wird häufig verwendet.

Der lange Grenzstreifen zwischen China und Myanmar erleichtert es den Chinesen auch, die Landesgrenze auf der Suche nach Arbeit oder Unterhaltung illegal zu überqueren.

Erst letzte Woche berichteten chinesische Medien über den Fall eines chinesischen Geschäftsmannes, der im August im Norden Myanmars entführt worden sei. Der Mann soll im Januar legal eingereist sein, habe aber nicht mehr ausreisen können, da die Grenze aufgrund der Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurde.

Er sei entführt worden, nachdem er ein Jobangebot angenommen habe. Seine Entführer hätten ihn erst freigelassen, nachdem die Familie des Opfers ein Lösegeld von mehreren hunderttausend Yuan (umgerechnet mehrere zehntausend Euro) bezahlt habe.

Im September soll die Polizei in Myanmar eine Gruppe von neun chinesischen Bürgern festgenommen haben, die im Verdacht gestanden hätten, an mehreren Entführungen und Erpressungen beteiligt gewesen zu sein.