Thailändische Polizei entdeckt illegales Online-Glücksspiel-Hotel

Veröffentlicht am: 20. Juni 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. Juni 2020, 01:30 Uhr.

Die thailändische Polizei ist am Mittwochabend mit einer Razzia gegen die Betreiber eines illegalen Online-Glücksspiel-Hotels in der Stadt Mae Sot vorgegangen. Wie die Bangkok Post [Link auf Englisch] am Freitag berichtet hat, seien dabei mehr als 200 Personen festgenommen worden.

eine Straße in Thailand
In thailändischen Städten blüht das illegale Online-Glücksspiel. (Pixabay)

Unter den Festgenommenen seien neben den Eigentümern auch Spieler aus China, Myanmar und Thailand gewesen. Die Behörden werfen den chinesischen Hotelbesitzern vor, eine verbotene Online-Glücksspiel-Operation von der Anlage aus betrieben zu haben. In den Hotelzimmern habe die Polizei mindestens 100 Computer, diverse Mobiltelefone und weiteres Kommunikationszubehör sichergestellt.

Wie kam es zur Razzia?

Ein Polizeisprecher sagte nach der Razzia, dass die Hausdurchsuchung Teil einer großangelegten Polizeikampagne gegen illegale chinesische Glücksspielanbieter in Thailand gewesen sei. Im Zuge eines verschärften Vorgehens myanmarischer Behörden seien die Gangster über die Grenze nach Thailand weitergezogen.

Bereits im Mai ist es in Mae Sot zu einer Razzia im Zusammenhang mit illegalem Online-Glücksspiel gekommen. Bei einer Durchsuchung eines Hauses nahm die Polizei 25 Thailänder und 20 Ausländer fest. Die meisten davon seien chinesische Staatsbürger gewesen. Neben Telefonen und Sim-Karten sei in der Einrichtung auch eine hohe Summe Bargeld gefunden worden. Durch seine Nähe zu Myanmar gilt Mae Sot bereits seit langem als zentraler Umschlagplatz für illegale Banden.

Dort kauften oder mieteten sie während der Corona-Pandemie günstig Hotelanlagen und wandelten diese in Online-Glücksspiel-Resorts um. Laut Polizei-General Apichart Sirisit seien bei der Aktion insgesamt 224 Personen in Gewahrsam genommen worden. Darunter befänden sich 140 Männer und 84 Frauen. Vorgeworfen werde den Verdächtigen nicht nur die Teilnahme am illegalen Glücksspiel, sondern auch ein Verstoß gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen, wie es im Bericht der Bangkok Post heißt:

Sie wurden angeklagt, Online-Glücksspiele angeboten, illegal Werbung betrieben oder Personen zum direkten und indirekten Wetten überredet und eine Aktivität oder Versammlung in einer Weise abgehalten zu haben, bei der das Risiko einer Ausbreitung von Krankheiten besteht, was gegen Abschnitt 4 und 12 des Glücksspielgesetzes sowie das Notverordnungsgesetz verstößt (…)

Mehr als 500 Beweise habe die Polizei im Rahmen der Razzia sichergestellt. Nach der Durchsuchung seien die Beschuldigten auf LKWs verladen und zu einer örtlichen Polizeistation gebracht worden. Wie sich ihr Schicksal nun weiter gestaltet, werden Staatsanwaltschaft und Richter entscheiden müssen.