Mordprozess in Dublin: Brutaler Tod nach Casino-Glück

Veröffentlicht am: 8. Juli 2021, 02:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Juli 2021, 05:07 Uhr.

Vor dem Central Criminal Court im irischen Dublin muss sich aktuell ein 40-Jähriger wegen Mordes verantworten. Feri A. soll den obdachlosen Bauarbeiter Ioan B. (49) so schwer zusammengeschlagen haben, dass dieser kurz darauf seinen massiven Verletzungen erlegen sei. Ein Zeuge beschrieb nun, wie sich das Leben des Opfers kurz vor der Tat durch einen Casinobesuch zum Besseren zu wenden schien.

Eden Quay Dublin Irland
Vor seinem Tod besuchte das Opfer ein Casino am Eden Quay in Dublin. (Quelle: Shutterstock/Dux Cruatorum)

Fortuna und Tod

Seit dem 17. Juni verhandelt der Strafgerichtshof in Dublin den Fall des getöteten Bauarbeiters Ioan B. Zwölf Geschworene sind aufgerufen, festzustellen, ob der angeklagte Feri A. verantwortlich für die brutale Gewalt war, in deren Folge Ioan B. vor gut drei Jahren verstarb.

Gestern sprach ein Freund des Opfers über sein letztes Zusammentreffen mit Ioan B. Marian D. hatte unter anderem gemeinsam mit dem Getöteten auf mehreren Baustellen in Dublin gearbeitet.

Der Zeuge beschrieb Ioan B. als „anständigen Menschen“ und guten Freund. Obwohl es ihm finanziell nicht gut gegangen sei, habe er sein Essen großzügig geteilt und im Notfall auch mit Geld ausgeholfen. Seine Einnahmen vom Bau habe der obdachlose Mann regelmäßig nach Spanien geschickt, wo er eine siebenjährige Tochter gehabt habe.

Nur zwei Tage vor der Tat habe ihn Ioan B., der zu dieser Zeit nur noch mit einem Schlafsack bei den Docks geschlafen habe, mit einer freudigen Nachricht überrascht. So habe er auf der Straße ein 2-Euro-Stück gefunden, das ihm großes Glück beschert habe. Beim Spiel in einem Casino am Eden Quay habe ihm der Einsatz der Münze einen Gewinn von 2.500 Euro beschert. Keine 72 Stunden später war Ioan B. tot.

Gewalttat in der Vorstadt

Passanten hatten das schwerverletzte Opfer in den frühen Morgenstunden des 13. April 2018 in einem Park in Tallaght, einer Vorstadt der irischen Hauptstadt, aufgefunden, und den Notarzt alarmiert. Einen Tag später starb Ioan B. im Krankenhaus.

Die Irish Times zitiert [Seite auf Englisch] einen Pathologen, der die Verletzungen des Verstorbenen dokumentiert hatte:

Herr B. hatte aufgrund umfangreicher stumpfer Gewalt Trauma und Prellungen an vielen Teilen seines Körpers einschließlich seiner Kopfhaut, Hals und Schildknorpel erlitten. Seine Rippen waren gebrochen und er wies innere Verletzungen auf.

Es sei davon auszugehen, dass Ioan B. Opfer schwerer Schläge und Tritte geworden sei.

Die irische Nationalpolizei Gardaí war aufgrund von Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras auf den Angeklagten aufmerksam geworden. Feri A. bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess wird fortgesetzt.