Inhaberwechsel bei den Spielbanken in Bremen und Bremerhaven

Veröffentlicht am: 1. September 2021, 01:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. September 2021, 01:07 Uhr.

Die Bremer Spielcasino GmbH hat einen neuen Eigentümer. Wie die Pressestelle des Senats der Freien Hansestadt Bremen am Dienstag bekannt gegeben hat, übernehme die Bremer Toto und Lotto GmbH die Spielbank Bremen, Betreiberin der beiden Casinos in Bremen und Bremerhaven. Diese gehörten bislang zum nordrhein-westfälischen Glücksspiel-Konzern Westspiel.

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Bremer Toto und Lotto GmbH wird neue Eigentümerin der Casinos in Bremen und Bremerhaven (Bild: Westspiel Casino Bremen)

Mit der Übernahme sind die Spielbanken fortan mehrheitlich im Besitz des Landes. Das Land Bremen hält zwei Drittel (66,7 %) der Anteile an der Bremer Toto und Lotto GmbH. Jeweils 16,7 % der Anteile sind im Besitz des Landessportbundes Bremen e.V. und des Bremer Fußballverbandes e.V.

Die Toto und Lotto GmbH sei „aufgrund ihrer Gesellschaftsstruktur ein geeigneter öffentlich-rechtlicher Träger im Sinne des Spielbankengesetzes“, heißt es erklärend in der Pressemeldung.

Darüber hinaus verfüge sie über jahrelange Erfahrung im Bereich Glücksspiel und den damit verbundenen Spieler- und Jugendschutz-Anforderungen. Als staatlicher Glücksspiel-Betreiber trage die Toto und Lotto GmbH zudem durch finanzielle Förderung zum Gemeinwohl bei. Finanzsenator Dietmar Strehl kommentiert:

Mit der Übernahme der Bremer Spielbank sichern wir weiterhin verantwortungsvolles und seriöses Glücksspiel in Bremen und Bremerhaven. Wir setzen uns für einen hohen Schutz für Spielerinnen und Spieler ein. Prävention für Glücksspielsucht ist auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Bremer Spielbank.

Wie viel der neue Inhaber der Spielbanken im Rahmen der Anteilsübernahme an die Westspiel Gruppe zahlen wird, ist bislang nicht bekannt gegeben worden. Ganz in trockenen Tüchern sei die Übernahme zudem noch nicht. So müsse der Haushalts- und Finanzausschuss der Bremischen Bürgerschaft noch zustimmen.

Westspiel aufgelöst – was wird aus den Mitarbeitern?

Auch das Schicksal der Westdeutschen Spielbanken GmbH (kurz: Westspiel) scheint damit besiegelt. Erst im Juli war bekannt geworden, dass die Gauselmann Gruppe die vier nordrhein-westfälischen Westspiel-Standorte in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg übernehmen werde.

Mit dem Verkauf der zwei verbleibenden Casinos in Bremen und Bremerhaven wird das staatliche Unternehmen nun nach 45 Jahren Betrieb aufgelöst. Ob und welche Veränderungen die neuen Eigentümer an den Spielbanken vornehmen werden, ist noch nicht bekannt.

Als die Privatisierung der Spielbanken in NRW 2018 erstmals für Schlagzeilen sorgte, war insbesondere unter den Mitarbeitern die Sorge um mögliche Stellenkürzungen groß. Die Übernahme durch Gauselmann sei einem Bericht der Neuen Westfälischen zufolge jedoch „mit Hoffnung“ aufgenommen worden. Der Bürgermeister der Stadt Bad Oeynhausen kommentierte:

Wenn ein Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke die Casinos übernimmt, dann ist damit auch die Hoffnung verbunden, dass es die Bedeutung kennt, die die Spielbank für Bad Oeynhausen und die Region OWL hat.

Ob tatsächlich alle knapp 1.000 Mitarbeiter an den sechs Standorten ihre Arbeitsplätze behalten dürfen, bleibt jedoch abzuwarten. Weder Gauselmann noch die Bremer Toto und Lotto GmbH haben sich bislang konkret dazu geäußert.