Verbot von Kreditkarten für das Online Glücksspiel in Großbritannien

Veröffentlicht am: 13. Januar 2020, 11:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Januar 2020, 11:48 Uhr.

Die UK Gambling Commission könnte noch in dieser Woche ein Verbot für den Einsatz von Kreditkarten für das Online Glücksspiel in Großbritannien aussprechen. Wie die britische Tageszeitung The Guardian heute Morgen meldete, wolle die Glücksspielkommission damit den Spielerschutz verbessern.

Kreditkarten, Portemonnaie
Die britische Glücksspielkommission kündigt voraussichtlich in dieser Woche ein Kreditkartenverbot für Online Sportwetten und Online Casinos an. (Bild: Pixabay/icb)

Verbot oder Beschränkung von Kreditkartenzahlungen für das Online Glücksspiel

Wie eine zuverlässige Quelle der britischen Zeitung mitgeteilt haben soll, werde die UK Gambling Commission voraussichtlich am Dienstag bekanntgeben, welche Regeln künftig für den Einsatz von Kreditkarten für Online Casinos und Online Sportwetten gelten werden. Unklar ist noch, ob Einzahlungen per Kreditkarte vollständig verboten werden sollen, wie es Aktivisten schon seit längerem fordern, oder ob lediglich Einzahlungsbeschränkungen vorgesehen sind.

Bisher können Kunden auf den wichtigsten Webseiten für Online Glücksspiele und Online Sportwetten, darunter PokerStars, Betfair, 888 und Bet365, Einzahlungen per Kreditkarte vornehmen. Kritiker warnen, dass Spieler hierdurch große Schulden anhäufen könnten. Besonders laut wurden die Forderungen nach einem Kreditkartenverbot, nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass eine Frau unter dem Einsatz von neun Kreditkarten innerhalb von nur zwei Tagen 100.000 Pfund Sterling Wett-Schulden aufgebaut hatte.

Obwohl die britischen Buchmacher Ende des vergangenen Jahres einen Spielschutz-Plan vorgelegt haben, wird schon länger mit Verbot der Kreditkarten für Online Glücksspiele und Online Sportwetten gerechnet. Dieses gehörte auch zu den Forderungen der fraktionsübergreifenden Gambling Related Harm All-Party Parliamentary Group (GRH APPG) [Seite auf Englisch], die im November 2 Pfund Einsatzlimits für Online-Casinos vorschlug.

Branche zweifelt an erfolgsversprechender Maßnahme

Die Vorsitzende der GRH APPG, die Labour-Abgeordnete Carolyn Harris, spricht sich für ein vollständiges Verbot der Kreditkarten aus:

„Das sind Leute, die mit Geld spielen, das sie nicht haben. Ich würde auch gern sehen, dass die Banken es ablehnen, die Leute mit Überziehungskrediten spielen zu lassen.“

Die Glücksspielbranche hat sich bisher vehement gegen ein Kreditkartenverbot ausgesprochen. Sie argumentiert, dass es Betreibern möglich sei, gefährdete Spieler zu identifizieren und bei problematischem Spielverhalten gezielt einzugreifen. Ein Verbot der Kreditkarten führe möglicherweise dazu, dass Spieler auf Barkredite zurückgreifen könnten, um weiter zu spielen zu.

Branchenkennern zufolge bereiten sich die Buchmacher gleichwohl bereits auf Einschränkungen oder ein Verbot der Kreditkartenzahlungen für Online Sportwetten und das Online Glücksspiel vor. Zudem bleibt abzuwarten, ob die erwarteten Zahlungseinschränkungen auch Zahlungsdienstleister wie Skrill betreffen werden.