Spielergewerkschaft will DFB-Verzicht von Glücksspielwerbung
Posted on: 22/09/2025, 02:56h.
Last updated on: 21/09/2025, 06:59h.
- Die deutsche Spielergewerkschaft VDV fordert vom DFB ein Ende der Glücksspielwerbung.
- Spielervertreter kritisieren Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
- VDV warnt vor hoher Suchtgefahr von Sportwetten.
Wie die meisten deutschen Profiklubs ist auch der Deutsche Fußballverband eine lukrative Kooperation mit einem Sportwetten-Anbieter eingegangen. Die deutsche Spielergewerkschaft VDV kritisiert die Partnerschaft von DFB mit dem Betreiber Tipico und fordert ein Ende dieser Form der Glücksspielwerbung.

Der Verband stützt seine Kritik auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So habe sich der DFB die Unterstützung einer wirksamen Suchtprävention auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig aber biete der Verband dem Buchmacher eine große werbliche Bühne für sein Angebot.
Sportwetten-Sponsoring ist europaweit in der Diskussion. Neben Belgien gehen auch die Niederlande verstärkt gegen diese Form der Glücksspielwerbung vor und sprachen zuletzt Verbote aus. Einen etwas anderen Weg wählte die englische Premier League. Dort haben sich die Klubs ab der kommenden Saison zu einem freiwilligen Verzicht auf die Trikotwerbung durch Glücksspielanbieter entschlossen.
Erst im vergangenen Mai war die Partnerschaft von DFB und Tipico ausgeweitet worden. Seitdem firmiert das Unternehmen auch für die 3. Liga als wichtigster Sponsoring-Partner. Durch den Deal verlängert der Verband das Glücksspiel-Sponsoring in dieser Liga, denn vorher wurde dort für den Wettanbieter Bwin geworben.
Gefährdung durch Sportwetten?
Der VDV-Vizepräsident Maik Franz wirft dem DFB vor, mit dem Geschäft dem gesellschaftlichen Ansehen des Fußballs zu schaden. Zugleich würde sich der Fußball auf Kosten glücksspielsüchtiger Menschen und derer Familien bereichern, so Franz’ Vorwurf.
Nach Angaben des VDV-Vizepräsidenten gehe von dem Angebot der Sportwetten eine erhebliche Suchtgefahr aus. Dies gefährde insbesondere Problemspieler und andere anfällige Zielgruppen des Fußballs. Franz kritisierte:
Durch die omnipräsente Werbung werden schon Kinder und Jugendliche getriggert.
Diese Ansicht wird von Studien untermauert, doch bemerkenswert an der Kritik des VDV ist die einseitige Zielrichtung der nun geäußerten Kritik. Diese richtet sich aktuell nur gegen den DGB.
Die lukrativen Werbeverträge der Klubs der 1. und 2. Bundesliga mit den Buchmachern werden in dem aktuellen Statement davon ausgenommen. Gleiches gilt für die Deutsche Fußballliga DFL. Der Organisator der Bundesligen ist ebenfalls wirtschaftlich durch einen Sponsoring-Deal mit Tipico verbuddelt.
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