Spanien: Glücksspiel-Branchenverband präsentiert neue Studie zu „Spiel und Gesellschaft“

Veröffentlicht am: 3. Oktober 2020, 02:37 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Oktober 2020, 05:26 Uhr.

Der spanische Glücksspiel-Branchenverband CEJUEGO hat in dieser Woche seine aktuelle Studie „Juego y Sociedad 2020“ („Spiel und Gesellschaft 2020) veröffentlicht. Die Erhebung ist in Zusammenarbeit mit der Universidad Carlos III in Madrid und mit dem Professor für Soziologie, José Antonio Gómez Yáñez, entstanden.

Universidad Carlos III de Madrid
CEJUEGO hat seine neue Glücksspiel-Studie zusammen mit der Universidad Carlos III de Madrid erhoben. (Bild: Flickr/morebyless, CC BY 2.0)

„Problemfreies“ Glücksspiel ist Normalität

Angesichts der aktuellen Coronakrise und der dadurch bedingten Kontaktbeschränkungen erfolgte die Präsentation der Studie per Streaming. Der Generaldirektor des Branchenverbandes CEJUEGO, Alejendro Landaluce, und der Soziologieprofessor Gómez Yáñez haben die Kernpunkte der Studie in der Video-Übertragung zusammengefasst.

Sie haben dabei hervorgehoben, dass die Teilnahme am Glücksspiel „normal“ und bei 84,9 Prozent der spanischen Bevölkerung zwischen 18 und 75 Jahren völlig problemfrei sei. Lediglich „extreme Positionen“ in Politik oder Religion seien es, die diese Normalität mitunter nicht anerkennen würden.

Nach Angaben der Studie „Juego y Sociedad“ [Seite auf Spanisch] hätten im Jahr 2019 in Spanien insgesamt 30 Mio. Personen am Glücksspiel teilgenommen. Dies entspreche einem Anteil von 84,9 % an der gesamten erwachsenen Bevölkerung. 25,8 Mio. Menschen hätten an der Weihnachtslotterie, 14,5 Mio. an der „Lotería de El Niño und 14 Mio. an der Lotería Primitiva der staatlichen Lotterie teilgenommen. Insgesamt 1,5 Mio. Menschen hätten online bei privaten Glücksspielanbietern gespielt. Landbasierte Casinos seien 2019 von 3 Mio. Menschen besucht worden.

Wie Professor Gómez Yáñez hervorhob, sei der Anteil der Menschen, die unter Glücksspielsucht oder pathologischem Spielverhalten leiden, in Spanien seit Jahren konstant. Ihre Anzahl habe sich bei einem Anteil von 0,3 bis 0,2 Prozent der Bevölkerung eingependelt.

Obwohl derzeit eine „Dramatisierung“ des Themas erfolge, befinde sich Spanien damit unter den Ländern mit dem niedrigsten Anteil an Spielsüchtigen und es sei seit 1990 eine weitere Abnahme dieser Zahl festzustellen.

Dementsprechend fasst die Studie zusammen,

… dass der Ansatz der Politik, um Spielstörungen zu vermeiden, sich auf präzise Handlungen konzentrieren sollte, statt auf ausgedehnte Aktionen oder breite Sektoren […]. Die Gestaltung von Präventionsmaßnahmen sollte von einer konkreten Diagnose eines sehr begrenzten Problems ausgehen, deren Hauptwurzeln nicht oder nicht nur im Angebot des Glücksspiels liegen.

Zudem weist die Studie darauf hin, dass problematisches Spielverhalten normalerweise mit anderen Problematiken einhergehe und von anderen Suchtformen begleitet sei.