Ab April 2026: Kredit­karten-Aus für Online-Glücks­spiel in Schweden

Posted on: 01/10/2025, 02:52h. 

Last updated on: 01/10/2025, 02:55h.

  • In Schweden gilt ab April 2026 ein Verbot von Kreditkarten beim Online-Glücksspiel.
  • Verbot betrifft auch andere Formen der Finanzierung von Geldeinsätzen beim Glücksspiel.
  • Diese Zahlungsformen sind ab dem kommenden Jahr nicht mehr zulässig.

Das skandinavische Land kämpft mit einer hohen Zahl von Problemspielern beim digitalen Glücksspiel. Aus diesem Grund hat die Regierung zusätzliche Schutzmaßnahmen für Spieler erlassen. Dazu gehört ein Verbot von Zahlungen mit Kreditkarten für das Online-Glücksspiel, das in Schweden in wenigen Monaten in Kraft tritt.

Kreditkarte am Notebook
Ab April 2026 ist Schluss mit Kartenzahlungen (Bild: Pixabay)

In dieser Woche erinnerte die Glücksspielbehörde die Anbieter an diese Maßnahme. Die Betreiber müssen sicherstellen, dass das Verbot zum Stichtag umgesetzt wird. Ab 1. April 2026 ist es Spielern untersagt, Einzahlungen auf ihre Konten mit Kreditkarten zu tätigen. Darüber hinaus schlägt die Spelinspektionen eine Ausweitung des Verbots auf weitere kreditbasierte Zahlungsformen vor.

Die Behörde erklärte zur Begründung:

Ziel ist es, das Risiko einer Verschuldung im Zusammenhang mit Geldspielen zu verringern.

Das Kreditkartenverbot ist Teil der Reform des schwedischen Glücksspielgesetzes. Dieses stammt aus dem Jahr 2018 und soll zeitnah reformiert werden.

Weitere Zahlungsformen betroffen

Neben Kreditkarten wollen die Behörden andere Zahlungsmöglichkeiten, die auf einer Finanzierung bzw. Schulden beruhen, unterbinden. Demnach müssen Lizenznehmer und Glücksspielanbieter geeignete Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Glücksspiele mit Krediten finanziert werden.

Dazu zählt neben der Aufnahme von Krediten die Nutzung von Überziehungskrediten durch finanzschwache Spieler. Die aus dem Online-Shopping bekannten „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Modelle sollen ebenfalls unterbunden werden.

Spelinspektionen betont:

Ziel der neuen Regelung ist es, einer Verschuldung aufgrund von Glücksspielen entgegenzuwirken. Die Anforderungen gelten für alle lizenzpflichtigen Formen des Glücksspiels, unabhängig davon, wie das Spiel angeboten wird.

Die Glücksspielbehörde solle jedoch die Möglichkeit erhalten, Ausnahmen von den Verboten zu erlassen. Dazu gehören Betreiber mit einer Glücksspiellizenz für gemeinnützige Zwecke wie bspw. für Sozial- und Wohlfahrtslotterien.

Die Kontrolle der Einhaltung des Verbots von Kreditkarten durch Banken und Zahlungsdienstleister übernimmt die schwedische Finanzaufsichtsbehörde Finansinspektionen. Unterstützt wird diese in Fragen des Glücksspielmarketings und der Standards für verantwortungsbewusstes Glücksspiel durch die Verbraucherbehörde Konsumentverket.

Den Betreibern obliegt es, die finanzielle Situation der Spieler zu klären, sobald es Anzeichen dafür gibt, dass kreditbasierte Transaktionswege verwendet werden. Wie gut die Umsetzung klappt, wird sich im kommenden Frühjahr zeigen.