Casino-Hostess gewinnt Gerichtsstreit um Diskriminierung und Anzüglichkeiten

Veröffentlicht am: 30. März 2020, 04:35 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 30. März 2020, 04:35 Uhr.

Der Geschäftsführer des luxuriösen Londoner Casinos „The Ritz Club“ hat sich wegen Geschlechterdiskriminierung und Anzüglichkeiten vor Gericht verantworten müssen. Laut einem Bericht der Daily Mail vom Sonntag [Seite auf Englisch] soll Roger Marris seine angestellte Casino-Hostess Ruth Taylor-Hamieh aufgrund ihrer Schwangerschaft entlassen haben.

Ritz Club Schild am Casino Eingang The Ritz Club London
Boss des The Ritz Club Casino London wegen Diskriminierung angeklagt (Bild: Flickr/wiseguy71)

Zuvor soll er gegenüber Dritten anzügliche und beleidigende Kommentare über ihren Körper gemacht haben. Nach einem längeren Gerichtsstreit hat das zuständige Gericht ihn jetzt für schuldig erklärt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Höhe der von ihm zu leistenden Entschädigungszahlung bestimmt werden.

Das The Ritz Club London Casino gehört dem 1997 gegründeten Glücksspielunternehmen The Ritz Hotel Casino Ltd und befindet sich am Nordende des zentralgelegenen Londoner Green Parks. Das Casino ist allein seinen Mitgliedern zugänglich, die sich zuvor um eine exklusive Mitgliedschaft bewerben müssen.

Abschätzige Kommentare und Drohungen

Die Klägerin soll seit 2016 als Casino-Hostess im The Ritz Club gearbeitet haben. In den Medien wird sie als gut ausgebildete junge Frau mit akademischen Abschlüssen an verschiedenen Privatschulen und Ausbildungsstätten beschrieben.

Am Silvesterabend 2018 habe sie ihrem Boss Roger Marris auf einer Neujahrs-Geschäftsfeier mitgeteilt, schwanger zu sein. Am selben Abend soll er im Gespräch mit anderen Kommentare über ihr Aussehen und ihren Körper gemacht haben.

Taylor-Hamieh habe gehört, wie er jemand anderem gegenüber folgendes geäußert haben soll:

Oh mein Gott, schau dir ihren Ar*** an. Glaubst du, sie hat damit was machen lassen? Sieht aus wie der von Kim Kardashian.

Auch habe er sie als „Porzellanpuppe“ beschrieben, die nur dazu da sei, gut auszusehen.

Zwei Monate später habe er sie dann zu sich bestellt, um ihr mitzuteilen, dass ihr Arbeitsplatz gefährdet sei. Angeblich habe das Casino zu jener Zeit finanzielle Schwierigkeiten erlebt. Wenige Tage später habe sie einen Drohbrief erhalten. Dessen Inhalt scheint der Presse jedoch nicht vorzuliegen.

Taylor-Hamieh jedoch sei sicher gewesen, dass ihre Schwangerschaft der Grund für die Entlassung gewesen sei. Das Gericht scheint ihr darin jetzt zugestimmt zu haben. Welche weiteren Konsequenzen der Vorfall für das Casino haben könnte, bleibt abzuwarten.