Online-Glücksspiel Niederlande: Kein Spieler-Wachstum nach Legalisierung

Veröffentlicht am: 31. May 2022, 11:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 31. May 2022, 11:58 Uhr.

Im vergangenen Oktober haben die Niederlande das Online-Glücksspiel legalisiert. Dennoch habe dies bei den Online-Casinos und Sportwetten-Anbietern nicht zu einer Zunahme der Spieler geführt. Dies ist das Ergebnis einer am Montag vom niederländischen Online-Glücksspielverband NOGA veröffentlichten Studie.

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Das Online-Glücksspiel stagniert (Bilder: Pixabay, Komposition: casino.org)

Grundlage der Aussage ist das alljährliche Online-Glücksspiel-Barometer [Seite auf Niederländisch], das das Marktforschungsunternehmen Ipsos im Auftrag des Glücksspielverbands durchgeführt hat. Der repräsentativen Umfrage unter 2.000 Personen zufolge blieb der Anteil der Niederländer, die in den vergangenen zwölf Monaten online spielten, in etwa gleich. Demzufolge liegt er bei der erwachsenen Bevölkerung unverändert bei etwa 11 %.

Erfolgreiche Kanalisierung?

Während sich die in den Niederlanden lizenzierten Anbieter von Online-Glücksspiel ein stärkeres Wachstum erhofft haben dürften, fördert die Studie auch positive Aspekte zutage. So erklärten nach Angaben von Ipsos gut 78 % der Befragten, seit der Neuregulierung am 1. Oktober 2021 bei lizenzierten Unternehmen zu spielen.

Im Gegenzug sei der Anteil der Spieler, die bei einem nicht von der Glücksspielbehörde autorisierten Anbieter spielten, drastisch gesunken. NOGA-Direktor Peter-Paul de Goeij betonte jedoch:

Es scheint, dass die Kanalisierung der Spieler in Richtung des legalen Angebots in vollem Gange ist. Wir müssen jedoch alles in unserer Macht Stehende tun, um die 78 % der Spieler, die bereits zum lokalen lizenzierten Angebot gelenkt wurden, zu halten und die 22 %, die immer noch illegal spielen, dazu zu bringen, sich für lizenzierte Anbieter zu entscheiden.

Viele Menschen, die früher unabhängig vom Lizenzstatus der Anbieter online gespielt hätten, täten dies mittlerweile in einem sicheren und geschützten legalen Umfeld. In Anbetracht der 22 %, die dies noch nicht täten, gebe es allerdings Verbesserungspotenzial.

5 % Problemspieler in den Niederlanden

Das gelte in besonderem Maße für die 5 % der erwachsenen Bevölkerung, die laut Online-Glücksspiel-Barometer zu den gefährdeten Spielern zählen. Die Gruppe der Problemspieler müsse kanalisiert und somit besser geschützt werden, so der Verbandschef.

Laut Studie gab ein Großteil der Befragten an, seit letztem Oktober vermehrt Glücksspiel-Werbung zu sehen. Demnach hätten 90 % die Anzeigen der Anbieter bemerkt. Im Vorjahr habe dieser Wert bei nur 64 % gelegen. Einschränkungen wie das Werbeverbot vor 21.00 Uhr und die Absage an die gezielte Ansprache von Jugendlichen fänden laut Ipsos deshalb erhebliche Zustimmung.

Die Bemühungen für eine möglichst umfassende Kanalisierung müssten gerade im Hinblick auf die jüngere Bevölkerung verstärkt werden, so der Verband. Die Studie zeige auf, dass der Anteil der Problemspieler dort bei besorgniserregenden 8 % liege. Auch hier helfe in Maßen geschaltete Glücksspiel-Werbung, den Betroffenen zu zeigen, wo sie in einem sicheren Umfeld spielen könnten.