Kentucky Derby: Skandal um verbotene Medikamente bei Gewinner Medina Spirit

Veröffentlicht am: 10. Mai 2021, 02:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Mai 2021, 02:58 Uhr.

Der diesjährige Kentucky Derby-Gewinner Medina Spirit soll bei seinem Sieg auf der Rennstrecke Churchill Downs verbotene Medikamente im Blut gehabt haben und könnte deshalb seinen Titel verlieren. Wie die Rennstrecke gestern in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, lege eine Blutprobe des Tieres einen Verstoß gegen die Medikamentenrichtlinien für Pferde in Kentucky nahe.

Churchill Downs
Das Kentucky Derby wird auf der Rennstrecke Churchill Downs ausgetragen. (Quelle: Churchill Downs by Ken Lund, licensed under CC BY-SA 2.0)

Um welches verbotene Präparat es sich handeln soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Sollten sich die Testresultate in auch in weiteren Untersuchungen bewahrheiten, werde Medina Spirit der Sieg aberkannt und der zweitplatzierte Mandaloun zum neuen Sieger ernannt, teilte Churchill Downs mit.

Es ist bereits der zweite große Skandal um das 147. Kentucky Derby. Vor dem Start des Rennens am 1. Mai 2021 hatte die Teilnahme des Hengstes Essential Quality von Dubais Herrscher Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktum für Schlagzeilen gesorgt. Wegen Menschenrechtsverletzungen hatten Menschenrechtsanwälte und Studenten der Universität von Louisville einen Ausschluss des Scheichs vom Rennen gefordert.

Trainer mit sofortiger Wirkung gesperrt

Der auffällige Bluttest nach dem Rennen löste unmittelbare Folgen für Hall-of-Fame-Pferdetrainer Bob Baffert (68) aus. Er wurde bis zum Ende einer Untersuchung der Kentucky Horse Racing Commissions vorläufig von der Rennstrecke gesperrt:

Die Nichteinhaltung der Regeln und Medikationsprotokolle gefährdet die Sicherheit der Pferde und Jockeys, die Integrität unseres Sports und den Ruf des Kentucky Derbys und aller Beteiligten. Churchill Downs wird es nicht tolerieren. Angesichts der Schwere des mutmaßlichen Vergehens wird Churchill Downs Bob Baffert, den Trainer von Medina Spirit, ab sofort daran hindern, jegliche Pferde auf der Rennstrecke von Churchill Downs anzumelden.

Baffert, der das Kentucky Derby als einziger Trainer sieben Mal gewinnen konnte, habe sich gestern in einem Interview mit Medienvertretern für unschuldig erklärt, berichtet die BBC. Er werde für etwas bestraft, was er nicht getan habe. Im Gegensatz zu den Vertretern der Rennstrecke teilte Baffert konkret mit, welcher verbotenen Wirkstoff sich im Blut von Medina Spirit befunden haben soll.

Es handele sich um das entzündungshemmende Mittel Betamethason, das allerdings nicht durch ihn verabreicht worden sei. Baffert bezeichnete die Angelegenheit als „Ungerechtigkeit“ gegenüber dem Pferd. Dem Besitzer und der gesamten Industrie schulde er es, sich mit „Zähnen und Klauen“ gegen die Vorwürfe zu wehren.