Milliarden-Deal: IGT verkauft seine italienischen Glücksspiel­marken

Veröffentlicht am: 7. Dezember 2020, 01:03 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Dezember 2020, 02:11 Uhr.

Das britische Glücksspielunternehmen International Game Technology (IGT) hat am Sonntag bekannt gegeben [Seit auf Englisch], einen Großteil seines Geschäftes mit dem Glücksspiel in Italien für 950 Mio. Euro an das Unternehmen Gamenet zu veräußern.

Lottomatica Shop
IGT verkauft viele Lottomatica-Geschäfte (Bild: estel.com)

Für diesen Betrag verkaufe IGT 100 % des Spielautomatenbetreibers Lottomatica Videolot und seiner Sportwetten-Marke Lottomatica Scommesse an Gamenet, ein Tochterunternehmen der US-amerikanischen Investmentfirma Apollo Global.

Zugleich bekräftigte das IGT-Management, dass man sich durch den Verkauf nicht gänzlich aus Italiens Glücksspielmarkt verabschiede. Der Konzern werde seine Lotterie-Marke Lottomatica auch in Zukunft weiter für italienische Spieler betreiben.

Mit der Übernahme weitet Apollo Global seine Glücksspielaktivitäten in Europa weiter aus. Für das Unternehmen, das noch vor wenigen Wochen dem US-Konzern Caesars Entertainment beim milliardenschweren Bietergefecht um den britischen Buchmacher William Hill unterlegen war, ist dies das zweite Glücksspielengagement binnen kurzer Zeit. Erst Anfang November hatte Apollo angekündigt, 500 Mio. Euro in den tschechischen Glücksspielkonzern SAZKA Group zu investieren.

Für Gamenet dürfte der Kauf eine ideale Ergänzung des bestehenden Angebotes sein, denn das Unternehmen betreibt in Italien bereits rund 900 Wettshops. IGT betonte außerdem, dass der Käufer zwei starke Marken erwerbe, die 2019 gemeinsam ein Ergebnis vor Steuern von 207 Mio. Euro erwirtschaftet hätten.

Geplanter Schuldenabbau

Als Grund für den Verkauf gab IGT an, dies sei ein wichtiger Schritt, um sich auf die Kernkompetenzen des Unternehmens im B2B-Geschäft zu konzentrieren. Die Einnahmen werde IGT zur Schuldentilgung einsetzen.

Ziel sei es, den Schuldenberg in Höhe von knapp 6,3 Mrd. Euro zu reduzieren. IGT-CEO Marco Sala erklärte dazu:

In Übereinstimmung mit unserer jüngsten Umstrukturierung werden durch die Neuausrichtung unseres Geschäfts und des geografischen Mix unsere Prioritäten neu definiert und vereinfacht, während gleichzeitig die zukünftige Gewinnspanne, die Cashflow-Generierung und die Verschuldungslage des Unternehmens verbessert werden.

Erheblich zum angestrebten Schuldenabbau beitragen dürfte die Tatsache, dass Gamenet sich bereit erklärte, bei Vertragsabschluss umgehend 725 Mio. Euro an IGT zu überweisen. Die restliche Summe werde in zwei weiteren Tranchen in Höhe von 100, bzw. 125 Mio. Euro im Dezember 2021 und September 2022 beglichen.