Caesars Entertainment bietet 2,9 Mrd. GBP für William Hill

Veröffentlicht am: 28. September 2020, 12:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. September 2020, 01:59 Uhr.

Im Übernahmepoker um William Hill hat Caesars Entertainment ein erstes Angebot unterbreitet und ist damit dem Mitinteressenten Apollo Global zuvorgekommen. Am Montag gab der US-amerikanische Casino-Konzern bekannt, für den Sportwetten-Anbieter 2,9 Mrd. GBP (umgerechnet 3,2 Mrd. Euro) bezahlen [Seite auf Englisch] zu wollen.

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William Hill könnte bald zu Caesars Entertainment gehören (Bild: Flickr/Bob Walker, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Caesars bewerte den britischen Buchmacher mit einem Preis von knapp 3 Mrd. GBP. Deshalb wolle man den Aktionären von William Hill für die Übernahme 272 Pence je Aktie bieten.

Für den Kaufpreis würde Caesars die volle Kontrolle über die Geschäfte von William Hill erhalten. Es wäre nicht Caesars erste Beteiligung an dem Wettanbieter. Der Casino-Betreiber hält bereits einen Anteil in Höhe von 20 % am US-Sportwetten-Business von William Hill.

Niedrigerer Preis als erwartet

Ob der angebotene Preis unter den Anteilseignern auf große Zustimmung treffen wird, ist allerdings offen. Am Freitag war der Kurs nach ersten Berichten über eine mögliche Fusion auf 312 Pence und damit um über 30 % in die Höhe geschossen.

Trotzdem erklärte das Management von William Hill, dass man den Aktionären den Verkauf empfehlen werde. Die gemeinsamen Gespräche hätten ergeben, dass Caesars ein guter Partner sei. Zudem arbeite man in den USA bereits eng zusammen.

Nach der Bekanntgabe reagierten die Aktienhändler umgehend. An der Börse pendelt der Kurs derzeit bei 275 Pence und damit in der Nähe des Caesars-Angebots.

Auch im Falle einer Zustimmung der Aktionäre wäre die Übernahme noch nicht abgeschlossen. Beide Unternehmen betonten, dass vor dem Kauf regulatorische und kartellrechtliche Fragen geklärt werden müssten. Die Fusion werde deshalb erst nach Zustimmung sämtlicher involvierter Behörden vollzogen werden können.

Nach der gemeinsamen Ankündigung scheint die Investmentfirma Apollo Global so gut wie aus dem Rennen. Noch am Freitag hatte das Unternehmen als Erstes öffentliches Interesse am Kauf von William Hill gezeigt.

Sollte Apollo ein höheres Angebot abgeben und sich im Bieterrennen durchsetzen, behalte sich das Caesars-Management vor, die gemeinsame Zusammenarbeit zu beenden und die bereits erworbenen Anteile an William Hill zurückzugeben.

Im Falle einer Annahme des Angebots hoffe Caesars, die Übernahme in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres abschließen zu können.