Großbritannien: Schließung der Casinos und Wettbüros Regierungswillkür?

Veröffentlicht am: 20. Oktober 2020, 02:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. Oktober 2020, 02:29 Uhr.

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) hat heute die Entscheidung der Regierung, die Wettbüros und Casinos in Lancashire und Merseyside zu schließen, scharf kritisiert. In einem Brief an Außenminister Alok Sharma fordert der CEO des BGC, Michael Dugher, die Regierung zum Handeln auf.

Faust, zerbrochene Glasscheibe
Schließung der Wettbüros und Casinos in Großbritannien: Branchenverband ruft zum Widerstand auf. (Bild: pixabay.com)

Die Schließung der Wettbüros und Casinos sei willkürlich und das Resultat falscher Informationen [Seite auf Englisch]. Es lägen keine Beweise vor, dass sie zur Verbreitung von COVID-19 beigetragen hätten. Dieser Schritt sei „unfair und unnötig“. Zudem gefährde er Zehntausende von Arbeitsplätzen der Branche.

Trotz strenger Anti-COVID-Maßnahmen, einschließlich Plexiglas-Schutzschirme und Track & Trace-Systeme, mussten Casinos und Wettbüros in Lancashire und Merseyside schließen, nachdem die Regierung für diese Regionen Großbritanniens die Alarmstufe 3 ausgerufen hatte. Das bedeutet, es gelten besonders restriktive Einschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Letzte Woche schloss Merseyside Hunderte von Wettbüros und sechs Casinos mit 2.300 Mitarbeitern. Die Entscheidung in Lancashire betraf 1.100 Mitarbeiter in 200 Wettbüros und drei Casinos.

Sollten ähnliche Maßnahmen in Greater Manchester folgen, warnt der BGC, dass 400 Wettbüros und 12 Casinos mit 3.000 Mitarbeitern ebenfalls ihre Türen schließen müssten.

Branchenverband ruft zum Widerstand auf

In seinem Brief an Sharma erklärte Dugher, dass es landesweit mehr als 6.700 Geschäfte mit fast 40.000 Mitarbeitern gebe. Die meisten von ihnen seien Frauen.

Dugher führte aus:

Dies wird sich äußerst negativ auf unsere Unternehmen und Mitarbeiter auswirken, obwohl sie sich bemühen, ein sehr sicheres Umfeld für Kunden zu schaffen, das weit über jedes andere nicht essenzielle Einzelhandelsgeschäft hinausgeht.

Darüber hinaus sagt Dugher, dass SAGE, das Komitee wissenschaftlicher Experten, das die Regierung bei ihren COVID-Entscheidungen berät, darauf hingewiesen habe, dass Läden auf den Haupteinkaufsstraßen einen „sehr geringen Einfluss“ auf die Verbreitung des Virus hätten.

Dugher teile die Entschlossenheit der Regierung, die Ausbreitung von COVID zu bekämpfen. Die Entscheidung, Wettbüros zu schließen, helfe dabei jedoch nicht weiter. Vielmehr gefährde es eine Branche, die dringend benötigt werde, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Staatskasse zu füllen.

Unternehmen in Gebieten, in denen die Alarmstufe 2 ausgerufen wurde, befürchten nun, dass ihnen ebenfalls auferlegt wird, den Handel innerhalb weniger Tage einzustellen.

Die BGC wandte sich daher an lokale Führungskräfte in diesen Gebieten und forderte sie dazu auf, sich der erzwungenen Schließung von Wettbüros und Casinos zu widersetzen.