Glücksspiel­skandal in Südkorea: K-Pop-Star Yang Hyun Suk unter Verdacht

Veröffentlicht am: 13. August 2019, 01:40 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. August 2019, 02:43 Uhr.

Der ehemalige K-Pop-Star und Produzent Yang Hyun Suk (49) steht im Zentrum eines Skandals, der derzeit die südkoreanische Öffentlichkeit erschüttert. Der Juror der Castingshow K-pop-Star steht im Verdacht, Millionen außer Landes geschafft und in illegales Glücksspiel investiert zu haben. Nun fordern aufgebrachte Fans die Regierung in einer offiziellen Petition auf, Yang Hyun Suk hart zu bestrafen.

K-Pop-Band Big Bang
Eines der K-Pop-Erfolgsprojekte von Produzent Yang Hyun Suk: Die Gruppe Big Bang (Quelle:flickr.com/YG Entertainment, licensed under CC BY 2.0)

Illegales Glücksspiel in Übersee

Es wird eng für den südkoreanischen K-Pop-Magnaten Yang Hyun Suk. Bereits vor Wochen leitete die südkoreanische Polizei Ermittlungen gegen den 49-Jährigen ein. Nun wendet sich auch die Öffentlichkeit gegen den ehemaligen Medienliebling. In einer offiziellen Petition auf der Webseite der Regierung fordert sie harte Maßnahmen gegen Yang Hyun Suk.

Der Entertainer und Produzent steht im Verdacht, in Las Vegas und Macau enorme Summen in VIP-Räumen eingesetzt und verloren zu haben. Hierfür soll er mithilfe krimineller Strukturen illegal Geld außer Landes geschafft haben.

Zudem ermitteln die südkoreanischen Behörden wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Vermittlung von Prostituierten an Geschäftsfreunde (Seite auf Englisch) gegen Yang Hyun Suk.

Südkoreanern ist das Glücksspiel abseits weniger Ausnahmen verboten. Selbst wenn es im Ausland unter den dort geltenden Gesetzen praktiziert wird, drohen südkoreanischen Spielern in ihrer Heimat empfindliche Strafen.

K-Pop-Magnat und Highroller?

Yang Hyun Suk gilt mit einem geschätzten Privatvermögen von über 200 Millionen USD als einer der reichsten Protagonisten der koreanischen Unterhaltungsindustrie. Er gilt als einer der wichtigsten Akteure der „Hallyu“, der sogenannten „Koreanischen Welle“.

Die Koreanische Welle beschreibt den internationalen Siegeszug der südkoreanischen Popkultur im 21. Jahrhundert. Der staatlich geförderte Kulturexport umfasste zunächst in erster Linie Filme, Serien und Musik. Heute werden unter anderem auch Sprache, Esskultur, Computerspiele und Mode speziell für den internationalen Markt aufbereitet.

Yang wird vorgeworfen, seit den frühen 2000ern Glücksspiel in Übersee betrieben zu haben. Koreanischen Medien zufolge soll der mittlerweile von seinem Vorstandsposten zurückgetretene Gründer der K-Pop-Produktionsfirma YG-Entertainment regelmäßig als Highroller in VIP-Räumen von Casinos in den Glücksspielmetropolen Las Vegas und Macau aufgetreten sein.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll Yang Hyun Suk den VIP Room des MGM Las Vegas mindestens elfmal besucht haben. Hierbei habe er über eine Milliarde KRW (umgerechnet ca. 731.000 EUR) eigesetzt und mehr als die Hälfte hiervon verloren.

Geldwäsche fürs Baccarat?

Einem namentlich nicht bekannten Insider zufolge soll er auch im MGM Macau ein gern gesehener Gast gewesen sein. So habe der Produzent vornehmlich Baccarat gespielt und pro Runde Einsätze von umgerechnet zwischen 5.500 und 11.000 EUR platziert. Der Quelle zufolge sei das Casino für den Millionär in Vorleistung getreten:

Herr Yang konnte jeden Betrag auf Kredit vom Casino ausleihen, selbst wenn er kein Bargeld hatte. Der Geldeintreiber begab sich dann nach Korea, um in bar ausgezahlt zu werden.

Sollten die Angaben stimmen, dürfte sich Yang Hyun Suk Straftaten im Sinne der Geldwäsche schuldig gemacht haben. Zudem prüft die Polizei, inwieweit er in ein System namens „hwanchigi“ verwickelt sein könnte. Dieses dient dazu, Gelder gegen Provision über Mittelsmänner aus dem Land zu schaffen.

Amtshilfe aus Las Vegas

Yang Hyun Suk
Im Fokus des Skandals: Millionär Yang Hyun Suk (Quelle:티비텐, licensed under CC BY-SA 3.0)

Laut des koreanischen Fernsehsenders Channel A haben die südkoreanischen Behörden die Casinos von Nevada um Unterstützung bei ihren Ermittlungen gebeten.

So hofften sie, Informationen darüber zu erhalten, wann und wie oft Yang Hyun Suk als Spieler in Las Vegas aktiv gewesen sei und welche Beträge er gesetzt bzw. verloren habe.

Besonderes Interesse sollen die Behörden daran haben, die Herkunft der eingesetzten Gelder zu klären. Im Raum steht der Verdacht, dass Yang Einnahmen durch die Auftritte von Künstlern seiner Agentur YG Entertainment in den USA nicht ordnungsgemäß abgeführt habe.

Das Ansehen Südkoreas beschädigt

Die südkoreanische Öffentlichkeit zeigt sich schockiert über den tiefen Fall des K-Pop-Produzenten. Im Internet machen die enttäuschten Fans ihrem Ärger Luft:

In einer offiziellen Petition fordern sie von Yang Widergutmachung für den von ihm angerichteten Schaden in Bezug auf die koreanische Gesellschaft und das kulturelle Ansehen des Landes in der Welt.