eSports goes Fashion: Verändert dieses Frauenduo die Modewelt?

Veröffentlicht am: 28. April 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Juni 2019, 05:23 Uhr.

Das Business-Magazin Forbes veröffentlichte am Dienstag auf seiner Website einen Artikel über die Gründerinnen des Modelabels Ateyo. Laut dem Bericht veränderten Rachel Feinstein (26) und Breanne Harrison-Pollock (26) gerade mit der Idee die Modewelt, bequeme und funktionale Mode für Gamer zu designen.

Gamer auf Buehne
Jogginghose, weite Jacke und legere Turnschuhe waren lange der Vorzeige-Look für Gamer. Neue Marken wollen das Style-Portfolio erweitern. (Quelle: Wikipedia)

Doch es stellt sich die Frage, wie innovativ das vermeintlich neue Geschäft tatsächlich ist. Immerhin haben andere junge Modelabels den profitablen eSports-Markt, der bereits im Jahre 2020 mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar (ca. 1,2 Milliarden Euro) umsetzen soll, schon längst für sich entdeckt.

So statten Modefirmen wie H4x mit ihren Modellen seit drei Jahren einige der besten eSports-Organisationen der Welt aus. Kein Wunder, eignen sich Profi-Gamer doch aufgrund des wachsenden, virtuellen Sportsegments als Werbefiguren, die Produkte bei Events und via Social Media global vermarkten können.

Das soll die brandneue eSports-Fashion sein

Die eSports-Mode, die Feinstein und Harrison-Pollack präsentieren, soll attraktiv sein und gleichzeitig die Leistung der Gamer steigern, wie es auf der Website von Ateyo heißt:

„Unsere Mission ist es, Gamer gut aussehen zu lassen und ihr Spiel zu verbessern. Wir sind hier, um die beste technische Mode zu entwickeln. Sie soll zelebrieren, was es heißt, Gamer zu sein: Sich durch Widrigkeiten kämpfen und das eigene Potential maximieren.“

Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, studierten die zwei jungen Frauen die Bedürfnisse der Spieler. Dabei fiel auf, dass einige Gamer am Karpaltunnel-Syndrom litten. Das ist eine Erkrankung des Handgelenks, die unter anderem zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln in der Hand führt.

Das Duo entschied sich, langärmlige Oberteile zu kreieren, die das Handgelenk beim Spielen unterstützen sollten, wie sie dem Magazin Forbes (Link auf Englisch) mitteilten:

„Das Handgelenk ist so ein wichtiges Körperteil für Gamer, dass wir uns fragten, welche Mode wir designen könnten, um es zu schützen. Wir begannen, Prototypen mit Polsterung und Daumenlöchern herzustellen und testeten diese mit unseren Kunden.“

Nach Tausenden von Tests stand fest, dass Gamer nicht nur Mode benötigten, die das Handgelenk protegiert, sondern auch andere Körperpartien wie das Gesäß.

In der Folge entstanden ganze Oberbekleidungskollektionen, die speziell auf die Wünsche der eSportler abgestimmt waren. So wurde für die Fertigung von Oberteilen eine Faser ausgesucht, die atmungsaktiv und weich ist.

Darf man dem Hype glauben?

Fraglich ist, ob die Geschäftsfrauen mit ihrer Mode tatsächlich Neuland betreten. Dies darf wenigstens beim Klicken durch den Online-Shop der Marke bezweifelt werden.

Zwar werden die Hoodies, Pullover und Sweatpants auf der Website des Labels von Models leger in Szene gesetzt, der spezifische Bezug zum Gaming könnte Kunden aber zumindest auf den ersten Blick verborgen bleiben.

Diese Modeunternehmen sind entweder als Sponsoren oder mit eigenen Gaming-Kollektionen ins eSports-Geschäft eingestiegen:

  • Nike
  • Björn Borg
  • TrueYou
  • Archon Clothing
  • Adidas

Ein Unternehmen, welches in den letzten Jahren spezielle Kleidung für die eSports-Szene herstellte, ist H4X. Die Fashion-Marke stellt sowohl Streetwear als auch Performance-Kleidung für die Gaming-Community her und expandierte zuletzt stark.

So ging H4X kürzlich eine Partnerschaft mit dem eSports-Eventpromoter DreamHack ein, der weltweit eSports-Turniere veranstaltet. Zusätzlich verpflichtete das Label in der Vergangenheit bekannte Markenbotschafter wie den langjährigen Call of Duty-Profi Ian „Crimsix“ Porter.

Seinen bislang wahrscheinlich größten Clou landete das Modehaus allerdings im März dieses Jahres. Macys, einer der größten Warenhausbetreiber der USA, hatte angekündigt, die eSports-Fashion von H4X in 49 seiner Filialen zum Verkauf anzubieten.

Die eSports-Fashion aus dem deutschsprachigen Raum

Nicht nur US-amerikanische Modemacher sind aktuell an der Kreation von eSports-Fashion interessiert.

Auch das österreichische Lifestyle-Label TrueYou kündigte beim 4GAMECHANGERS Festival 2019 an, eine eSports-Modekollektion mit dem Namen „deshi“ auf den Markt bringen zu wollen. Der Begriff bedeute so viel wie „junger Krieger erhebe dich“.

Für Rachel Feinstein und Breanne Harrison-Pollock könnte die Konkurrenz im Handel also durchaus hart werden.