EGBA veröffentlicht Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Online-Glücksspiel-Werbung in der EU

Veröffentlicht am: 29. April 2020, 03:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Mai 2020, 12:31 Uhr.

Die Europäische Vereinigung für Glücksspiel und Wetten (European Gaming and Betting Association – EGBA) hat erstmalig einen Europa-übergreifenden Verhaltenskodex für den verantwortungsvollen Umgang mit Werbung erarbeitet. Dies gab die Vereinigung am Dienstag auf ihrer Webseite bekannt.

Laptop, Poker-Karten, Würfel, Lupe
Die Richtlinien gelten für Online-Glücksspiel-Werbung (pixabay, besteonlinecasinos)

Werbung verantwortungsvoll gestalten

Das Ziel des Kodex [Seite auf Englisch] sei die verantwortungsvolle Gestaltung von Werbung für das Online-Glücksspiel. Der Generalsekretär der EGBA, Maarten Haijer, begründet die Notwendigkeit des Kodex wie folgt:

“Werbung ist unverzichtbar, um den Verbraucher über die regulierten Webseiten zu informieren und sie von betrügerischen Schwarzmarkt-Webseiten fernzuhalten. Werbung sollte jedoch verantwortungsbewusst sein und Verbraucher, insbesondere Minderjährige, schützen.”

Der Kodex verstehe sich als Ergänzung zu nationalen Richtlinien und solle die bestehenden Vorschriften zur Werbung für Online-Glücksspiel stärken, so die EGBA.

Er lege Standards für den langfristigen Umgang mit Online-Glücksspiel-Werbung fest und ergänze die aktuellen Bemühungen der EGBA um ein verantwortungsvolles Glücksspiel, wie etwa die kürzlich veröffentlichten Leitlinien zum sicheren Glücksspiel während der Corona-Krise.

Hauptschwerpunkt: Schutz von Minderjährigen

Der Kodex beinhaltet Maßnahmen für Werbung im Allgemeinen sowie für deren Gestaltung in sozialen Medien im Besonderen. Der Schutz von Minderjährigen steht dabei im Fokus.

So führt der Kodex spezifische Maßnahmen für fünf Hauptbereiche aus:

  • Inhaltliche Vorgaben: Werbung soll klare Formulierungen und ehrliche Informationen enthalten.
  • Schutz von Minderjährigen: Werbung darf nicht auf Minderjährige ausgerichtet sein oder die Gutgläubigkeit von Minderjährigen ausnutzen.
  • Soziale Medien: Glücksspiel-Werbung in den sozialen Medien soll sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugriff auf die Angebote erhalten.
  • Sponsoring: Glücksspiel-Anbieter sollen keine Aktivitäten sponsern, die Minderjährige als Hauptzielgruppe haben.
  • Verantwortungsvolle Botschaften: Werbung soll nicht zum Glücksspiel motivieren oder problematisches Glücksspiel fördern.

Die Richtlinien seien im Zusammenhang mit der Audiovisual Media Services Directive der Europäischen Union entwickelt worden, welche die EU-weite Koordinierung der nationalen Rechtsvorschriften für alle audiovisuellen Medien regelt.

Alle Länder der EU sowie Großbritannien seien von den neuen Regelungen betroffen. Die einzelnen Anbieter von Online-Glücksspiel sowie relevante Vereinigungen und Medienvertreter seien aufgerufen, den Kodex zu unterzeichnen.

Um die Auswirkungen des Kodex auf die Richtlinien der betroffenen Staaten einschätzen zu können, habe die EGBA eine Evaluation in Auftrag gegeben, die Anfang Mai veröffentlicht werden soll.