Bestechungsskandal bei Japans Casinos – Akimoto beteuert seine Unschuld

Veröffentlicht am: 17. Februar 2020, 01:06 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Februar 2020, 01:06 Uhr.

Der japanische Abgeordnete Tsukasa Akimoto (48) hat am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Tokio der Öffentlichkeit gegenüber seine Unschuld im jüngsten Casino-Bestechungsskandal beteuert.

Osaka Skyline
Bestechungsskandal bei Japans geplanten Casino-Resorts (BIld: Wikimedia/DXR)

Der Politiker der regierenden liberaldemokratischen Partei war im Dezember verhaftet worden, weil er Bestechungsgelder des chinesischen Glücksspielunternehmens 500.com angenommen und diesem beim Schmuggel größerer Geldbeträge ins Land geholfen haben soll.

Letzten Mittwoch wurde er nach Bezahlung einer Kaution in Höhe von 30. Mio Yen (251.820 Euro) vorerst entlassen.

Akimoto will zurück ins Amt

Laut der Tageszeitung Japantimes [Seite auf Englisch] soll Akimoto für 20 Minuten vor gut 100 Presseleuten gesprochen haben. Dabei habe er sich von jedweden Vorwürfen der letzten Monate distanziert.

Die japanische Regierung willigte 2018 ein, den Glücksspielmarkt zu öffnen und drei Lizenzen für Casino-Resorts auszustellen. Tsukasa Kimoto, der sich bereits Jahr zuvor für diese Maßnahme ausgesprochen hatte, wurde der Leiter des Integrated-Resorts-Projektes. Das chinesische Unternehmen 500.com soll daher versucht haben, sich mit seiner Hilfe eine der künftigen Glücksspiellizenzen zu sichern.

Der Geldbetrag von 2 Mio. Yen (umgerechnet 16.758 Euro), sei keineswegs ein Bestechungsgeld gewesen, sondern lediglich sein Honorar für das Halten einer Rede, so der Politiker in seinem Pressestatement.

Die in der Anklage genannten 7,6 Mio. Yen in bar (63.785 Euro) bzw. in Form von Geschenken habe er in der Form nie erhalten.

Akimotos Reisen nach China und Hokkaido, für deren Kosten die Glücksspielfirma 500.com aufgekommen sei, erachte er nicht als eine Sonderbehandlung seiner Person.

Neben ihm waren auch seine Berater Masahiko Konno (48) und Katsunori Nakazato (47) sowie der Japan-Beauftragte der chinesischen Firma, Zheng Xi (37), in der Angelegenheit verhaftet worden.

Wie Akimoto am Freitag erklärt haben soll, wolle er sich zunächst gänzlich auf den laufenden Prozess gegen ihn konzentrieren. Ab März jedoch plane er die Wiederaufnahme seiner politischen Tätigkeiten im japanischen Unterhaus.

MGM als wahrscheinlichster Lizenznehmer

Trotz des medialen Wirbels und der wachsenden Ablehnung der Bevölkerung gegenüber den Casino-Plänen des Landes scheinen diese weiter voranzuschreiten.

Unabhängig von Akimotos Pressestatement verkündete die japanische Regierung erst am Freitag, dass der US-amerikanische Glücksspielgigant MGM derzeit der führende Kandidat für die Lizenz des geplanten Casino-Resorts in Osaka sei.

Lediglich ein Konsortium aus MGM und dem japanischen Unternehmen Orix Corp käme als einziger qualifizierter Bewerber in Frage. Eine endgültige Entscheidung könne bereits im Juni gefällt werden.