Wird Lettland Online-Glücksspiel vorübergehend verbieten?

Veröffentlicht am: 25. März 2020, 10:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. März 2020, 04:16 Uhr.

Die lettische Lotto- und Glücksspielaufsicht hat die Regierung in Riga am Dienstag um Konkretisierung ihrer Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gebeten. Die Staatsführung hatte vergangene Woche eine Verordnung zur Schließung aller Glücksspielbetriebe im Land erlassen, Online-Glücksspiel-Anbieter hatten ihre Tätigkeit allerdings fortgesetzt.

Riga aus der Luft
In Riga hat die Regierung über die Schließung von Glücksspielstätten beraten. (Quelle: Pixabay)

Die Lotteries and Gambling Supervisory Inspection of Latvia (IAUI) will nun wissen, ob das vorübergehende Glücksspielverbot, welches unter anderem für Spielhallen, Bingo-Hallen und Wettbüros gilt, auch für die 12 lizenzierten Online-Glücksspiel-Unternehmen im Land Anwendung finden soll.

Ungereimtheiten bei Schließungsregelungen

Obgleich die lettische Regierung in ihren Regelungen zur Eingrenzung von Infektionskrankheiten auch die Schließung des interaktiven Glücksspiels genannt hatte, herrscht derzeit Unklarheit darüber, welche Bereiche des Online-Glücksspiels dazu gezählt werden.

Glücksspielanbieter wie der Konzern Playtech, der in Riga ein Live-Casino-Studio betreibt, seien laut Medienangaben nicht von den Maßnahmen betroffen.

Parteiübergreifend hatten sich lettische Politiker am Freitag für eine Schließung von Online-Glücksspiel-Unternehmen ausgesprochen, waren aber aufgrund der Auswirkungen für den Arbeitsmarkt auf Kritik gestoßen.

Lettische Sozialministerin meldet Anstieg der Arbeitslosigkeit

Von den Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung wurden in Lettland zahlreiche Geschäftszweige getroffen. Wie die lettische Sozialministerin Ramona Petravica am Dienstag mitgeteilt hat, hätten bereits 14 Unternehmen aus den Sektoren Glücksspiel, Gastgewerbe, Transport und Lagerlogistik Entlassungen angekündigt. Derzeit seien davon landesweit knapp 3.000 Personen betroffen. Im Falle von Entlassungen hat der Staat einen Hilfsfond in Höhe von 2 Milliarden Euro bereitgestellt, aus dem 75 % der monatlichen Arbeitslöhne bis zu einer Obergrenze von 700 Euro bezahlt werden sollen.

Die IAUI fordert nun eine Richtigstellung der Regierung, um Klarheit in der Sache zu gewinnen. Diese dürfte für die Online-Glücksspielbranche von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein.

In dem baltischen Staat leben nur 1,92 Millionen Einwohner, die Online-Glücksspielindustrie setzte im vergangenen Jahr aber dennoch mehr als 38 Millionen Euro um.