Britisches Online-Casino lockte Problem­spieler mit Bonus-Angeboten

Veröffentlicht am: 4. November 2021, 01:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. November 2021, 03:43 Uhr.

In Großbritannien sieht sich das Online-Casino Sky Vegas des Anbieters Sky Bet harscher Kritik ausgesetzt. Grund dafür sind Bonus-Angebote, die das Tochterunternehmen des Glücksspielkonzerns Flutter Entertainment an abstinente Problemspieler geschickt hat.

Sky Vegas Werbung E-Mail Kreuz
Problemspieler erhielten die E-Mails trotz Opt-out (Bilder: Pixabay, Sky Vegas)

Britischen Medienberichten zufolge untersuche die Glücksspielbehörde UK Gambling Commission (UKGC) die E-Mail an Problemspieler. Ihre werbliche Botschaft sei unmissverständlich gewesen.

Unter der Überschrift „Werfen Sie einen Blick auf Ihren geheimnisvollen Bonus“ habe das Online-Casino geschrieben:

Hier bei Sky Vegas lieben wir das Unerwartete. Melden Sie sich einfach an, geben Sie £5 aus und fordern Sie Ihre 100 Freispiele an. Und das Beste daran? Alles, was Sie gewinnen, dürfen Sie behalten – das ist der Spaß an der Sache!

Die Zeitung The Guardian [Seite auf Englisch] berichtet von mehreren Spielern, die sich auf Twitter über die unwillkommene Kontaktaufnahme durch das Online-Casino beschwert hätten. Die Betroffenen hätten angegeben, in Sperrregistern wie Gamban und GamStop registriert zu sein.

Adam Peck, einer der Angeschriebenen, habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass ihn die Werbung für das Online-Casino schwer getroffen habe. Er habe seine Sucht zwar vor drei Jahren überwunden, allerdings befürchte er, dass die E-Mail bei anderen Betroffenen zu Rückfällen geführt haben könnte.

E-Mails trotz Opt-out

Erschwerend komme hinzu, dass die abstinenten Problemspieler zuvor extra per Opt-out angegeben hätten, keine Werbe-E-Mails von Glücksspielanbietern erhalten zu wollen.

Zusätzliche Kritik erhielt die Aktion durch die Tatsache, dass sie während der European Safer Gambling Week lief. Bei der dem Spielerschutz gewidmeten Veranstaltungsreihe geht es speziell um Lösungen, durch die Betroffene zu einem verantwortungsvollen Spiel geführt werden sollen.

Betreiber Sky Bet zeigte öffentlich Reue für die missratene Kampagne. Das Unternehmen „bitte aufrichtig um Entschuldigung“, dass die E-Mail irrtümlicherweise an die falschen Adressaten gelangt sei. Es tue Sky Bet leid, wenn dies bei Betroffenen zu Stress und Unbehagen geführt haben sollte.

Wiederholungstäter Sky Bet

Doch es ist fraglich, ob die Angelegenheit damit für das Unternehmen bereits ausgestanden ist. So schreibt die UKGC lizenzierten Anbietern zwingend vor, alle rund 218.000 Briten, die sich in ein Sperrregister eingetragen haben, von ihren Marketing-Listen zu streichen.

Hinzu kommt, dass Sky Bet ein Wiederholungstäter ist. Der Anbieter hat schon einmal gegen die Mailing-Vorschriften verstoßen. Für diese Verfehlungen wurde er im Jahr 2018 zur Zahlung von 1 Mio. GBP verurteilt.

Ein UKGC-Sprecher erklärte, dass man ein solches Verhalten von den Anbietern nicht erwarte. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die UKGC Sky Bet auch dieses Mal nicht ungeschoren davonkommen lassen wird.