Macau: Casino-Angestellte stiehlt VIP-Kunden über 10 Mio. Euro

Veröffentlicht am: 18. September 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. September 2021, 04:10 Uhr.

Die Polizeibehörden von Macau haben eine 42-jährige Mitarbeiterin eines Casinos in Macau festgenommen. Die Frau wird verdächtigt, fast 100 Mio. MOP (10.591.575 Euro) von 70 Gästen gestohlen zu haben. Dies berichtete das Nachrichtenportal Macau Business [Seite auf Englisch] diese Woche.

Grand Casino Lisboa, Wynn Casino. Skyline bei Nacht, Macau
VIP-Kunden sollen in Macau-Casinos von Angestellten bestohlen worden sein. (Bild: flickr.com, Chris Hoare)

Die Verdächtige sei im VIP-Club eines Casinos am Cotai-Strip beschäftigt gewesen. Die Behörden seien der Frau auf die Spur gekommen, nachdem zwei Kunden sich darüber beschwert hätten, auf ihre Einlagen in Höhe von 9 Mio. MOP (953.241 Euro) nicht mehr zugreifen zu können.

Dieser Betrugsfall dürfte zu einem kritischen Zeitpunkt für die Gaming-Industrie von Macau kommen. Am Mittwoch begann die Kommunalverwaltung einen 45-tägigen Konsultationsprozess mit dem Ziel, die öffentliche Meinung zur Reform der Glücksspielregulierung einzuschätzen.

Die vorgeschlagenen Änderungen konzentrieren sich auf neun Bereiche, darunter auch auf eine verstärkte Casino-Überwachung und die Regulierung von Einlagen in VIP-Rooms. Die Konsultation soll noch bis zum 29. Oktober laufen. Nachdem die Regierung den Beginn des Konsultationsprozesses angekündigt hatte, fielen die Aktien großer Glücksspiel-Unternehmen rapide ab.

Kunden wurden Zinsen auf eingezahlte Gelder versprochen

Besagte Mitarbeiterin habe den Kunden zuvor einen Tageszins von 1,1 % für ihre Einzahlungen zugesagt. Sie habe auf Anweisung eines der geschäftsführenden Gesellschafter gehandelt und das Geld auf andere Konten überwiesen, habe die Beschuldigte erklärt.

Als die Beamten daraufhin ihre Ermittlungen ausgeweitet hätten, seien insgesamt 70 ähnliche Fälle aufgedeckt worden. Der Fall sei nun zur weiteren Bearbeitung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Indes werde versucht, weitere Verdächtige zu ermitteln, die in den Fall involviert sein könnten.

Lei Wai Nong, Wirtschafts- und Finanzminister von Macau, sagte:

Wir wollen keine weiteren Unterkonzessionsvereinbarungen fördern, weil wir die Stabilität unseres Spielkonzessionssystems gewährleisten wollen … sie … sollten nicht endlos erweitert werden.

Macaus Gesetze werden strenger

Bis vor kurzem sei es für Junkets in Macau üblich gewesen, Kapital zur Finanzierung ihrer Rolling-Chip-Programme zu beschaffen, indem sie Privatanlegern über dem Markt liegende Zinssätze für ihre Einlagen boten. Allerdings seien in den letzten Jahren auch vermehrt Fälle von Diebstahl hoher Beträge in den VIP-Rooms der Casinos bekannt geworden.

Daher sei in das Konsultationsdokument auch der Vorschlag aufgenommen worden, Sanktionen bei illegaler Annahme von Bargeld oder sonstigen Vermögenswerten in das Glücksspielgesetz aufzunehmen.

Bei Verstößen müssten die Konzessionsinhaber die rechtliche Verantwortung tragen und mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren rechnen. Bislang sei die Haftung von Glücksspielbetreibern in derartigen Fällen in der Gesetzgebung nicht definiert gewesen.