Ohne Erfolg: Londoner Casino will 10 Mio. GBP Spielschulden von High Roller eintreiben

Veröffentlicht am: 26. August 2021, 12:14 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. August 2021, 12:54 Uhr.

Das Casino des exklusiven Les Ambassadeurs Clubs in London versucht weiterhin vergeblich, von einem High Roller Spielschulden in Höhe von 10 Mio. GBP (11,7 Mio. Euro) einzutreiben. Diese Woche unterlag es vor einem Londoner Berufungsgericht mit seiner Forderung, das Vermögen des chinesischen Geschäftsmanns Yu Songbo einzufrieren, um an die ausstehende Summe zu gelangen.

Les Ambassadeurs Casino
Das exklusive Casino steht nur Clubmitgliedern offen (Bild: Les Ambassadeurs)

Es bestehe keine Gefahr, dass der vermögende Mann den Wert seiner Besitztümer verschleiere, weshalb deren Einfrieren nicht nötig sei, so die Richter. Der Klage vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem exklusiven Betreiber und dem Selfmade-Milliardär aus China. Dieser hatte im April 2018 innerhalb von fünf Tagen 19 Mio. GBP in dem an Londons Prachtmeile Park Lane gelegenen Casino auf Kredit verspielt.

Der in Londons Nobelviertel Mayfair beheimatete Les Ambassadeurs Club zählt zu den exklusivsten Adressen der an “Member Only“-Clubs nicht armen Stadt. Das 1941 gegründete Etablissement zog von Beginn an Mitglieder des britischen Hoch- und Geldadels an. Im Jahr 1961 wurde das private Casino eröffnet, das ebenfalls nur Clubmitgliedern offensteht. Diese lassen sich das exklusive Ambiente derzeit eine Jahresgebühr von bis zu 25.000 GBP kosten.

Als es damals jedoch ans Bezahlen der Spielschulden ging, platzten die von Yu Songbo ausgestellten, ungedeckten Schecks reihenweise. In den darauffolgenden Verhandlungen einigten sich die beiden Parteien darauf, die Ausstände auf 16,54 Mio. GBP zu reduzieren.

Auch Rückstand bei Ratenzahlungen

Darüber hinaus gab das Casino dem Spieler die Möglichkeit, den Betrag in mehreren Raten abzustottern. Allerdings wurde auch dieses Mal bereits die erste Zahlungsanweisung von der Bank wegen Unterdeckung abgelehnt. Als Konsequenz stellte der Betreiber die Gesamtsumme umgehend fällig und reichte vor Gericht Klage ein.

Da sie den Geschäftsmann nicht persönlich antreffen konnten, stellten die Anwälte Yu Songbo die Gerichtsunterlagen über dessen WeChat-Account zu. Daraufhin beglich dieser einen Teil der Schulden, ehe er erneut abtauchte.

Im vergangenen November schließlich verurteilte ihn der High Court in London zur Zahlung von 10 Mio. GBP, inklusive Gerichts- und Anwaltskosten. Doch wie es nach dem jüngsten Urteil aussieht, wird das Casino auch weiterhin hart um die Begleichung der Spielschulden kämpfen müssen.